Gegen Bürokratie und Kassen-Willkür : Protestfahrt der Krankentransporte

Ein neues Gesetz sieht vor, dass künftig alle Krankentransporte zur ambulanten Behandlung vorab von den Kassen genehmigt werden. Dagegen regt sich Widerstand - auch in der Politik.

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Protestfahrt der Krankentransporte gegen das Gesetz zur „Stärkung der Versorgung“ gesetzlich Versicherter.
Foto: Sandra Dassler

Mehr als 100 Krankentransporter aus Berlin, Brandenburg und dem gesamten Bundesgebiet sind am Mittwoch in einem zweistündigen Korso durch die Berliner Innenstadt gefahren. Die Mitarbeiter protestierten gegen Pläne der Bundesregierung, die im neuen Versorgungsstärkungsgesetz festlegen will, dass künftig alle qualifizierten Krankentransporte aus Anlass einer ambulanten Versorgung vor Fahrtantritt von den Krankenkassen genehmigt werden müssen (der Tagesspiegel berichtete). „Das ist unmöglich und wird vielen Patienten schaden“, sagte Rettungssanitäter Florian Hahn vom Berliner Krankentransport Gorris: „Das Ziel ist, mehr kranke Menschen auf billigere Taxen oder Mietwagen umzulenken, wo sie aber nicht qualifiziert betreut werden können.“

Kritik kommt auch vom Grünen-Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestags, Harald Terpe: „An anderen Stellen im Gesetz macht die große Koalition großzügige finanzielle Geschenke an bestimmte Leistungserbringer“, sagte er dem Tagesspiegel. „Ausgerechnet bei den Kosten für den Krankentransport wird sie aber plötzlich knauserig und stellt zusätzliche bürokratische Hürden auf.“

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