Berlin : Gegen Vandalismus - "Green Cops" jetzt auch für die Charlottenburger Parkanlagen

EVA-MARIA VOCHAZER

BERLIN .Verdreckte Grünanlagen mit ungepflegten Rabatten, beschmierte Bänke und freilaufende Kampfhunde: Viele Spaziergänger fühlten sich in den letzten Jahren in den Parks der Stadt nicht mehr wohl.In Neukölln sind bereits seit dem Frühjahr 16 "Green Cops" unterwegs, die darauf achten, daß die Parkordnung in der Hasenheide eingehalten wird.Charlottenburg und Spandau ziehen in den nächsten Wochen mit weiteren Parkwächtern nach.Die ABM-Kräfte haben keine rechtlichen oder behördlichen Befugnisse, sondern sollen durch ihre Präsenz positiv auf das Verhalten der Parkbesucher einwirken."Vor allem ältere Bürger sprechen mich immer wieder darauf an, daß sie sich in der Hasenheide wieder geborgen und sicher fühlen", zog der Neuköllner Bürgermeister Bodo Manegold (CDU) eine erste Bilanz.

In Charlottenburg werden zur Zeit 50 "Parkbeobachter" geschult, die ihre Arbeit in den kommenden Wochen aufnehmen werden.Die Langzeitarbeitslosen sollen in zwei Schichten durch die Grünanlagen des Bezirkes patrouillieren.Die "Parkbeobachter", die 2563 Mark brutto im Monat verdienenen, werden auch an den Wochenenden und in den Wintermonaten zu Fuß unterwegs sein.Neben dem Schloßpark sollen sie auch in der Jungfernheide, dem Lietzenseepark, dem Klausener-, Stein- und Savignyplatz und am Spreeuferweg Präsenz zeigen.

"Dem Bezirk entstehen im Jahr Kosten in Höhe von einer halben Million Mark durch Vandalismus in den Grünanlagen", sagte Baustadträtin Beate Profé (Bündnis 90/ Grüne).Mit dem eigenen Personal aus dem Naturschutz- und Grünflächenamt sei eine Überwachung nicht zu leisten.Im letzten Jahr hatten sich Beschwerden von Bürgern gehäuft, die eine Verwahrlosung des Schloßparkes befürchteten.Viele Spaziergänger fühlten sich zudem von aggressiven Radlern und freilaufenden Hunden bedroht.

"Die Aufgabe der Parkwächter besteht vor allem darin, die Bürger freundlich auf Fehlverhalten hinzuweisen", umriß die Baustadträtin den Tätigkeitsrahmen der ABM-Kräfte, deren Arbeit zunächst für ein Jahr gesichert ist.Bereits im Vorfeld wurde eine enge Zusammenarbeit zwischen Parkwächtern und der Polizei vereinbart.Bei "uneinsichtigem Verhalten" von Parkbesuchern können die ABM-Kräfte über Funkgeräte die Polizei rufen.Die Parkwächter sind während ihrer Dienststunden an den blauen Uniformen zu erkennen.

Ein "Überwachungspark", in dem Bürger ständig in Angst vor Gesetzesübertretungen spazierengehen, soll indes in Charlottenburg nicht entstehen."Die totale Überwachung kann nicht das Ziel sein", bekräftigte Beate Profé.Es gehe vor allem darum, den Bürgern ihre Verantwortung für die öffentlichen Grünanlagen bewußt zu machen.Wiederholte Gesetzesverstöße gegen die Leinenpflicht für Hunde in den Parks aber müßten verfolgt werden, um einen Abschreckungseffekt zu erreichen.

In Neukölln, wo das "Green Cops"-Projekt jetzt auf weitere Parks ausgedehnt werden soll, ist es bislang zu keinen ernsthaften Zusammenstößen zwischen Parkwächtern und Hundebesitzern gekommen."Manche Hundehalter leinen ihre Tiere schon freiwillig an, wenn sie die ,Green Cops" nur von weitem sehen", berichtete Bodo Manegold.Die Hasenheide sei deutlich weniger verdreckt, seit die Parkwächter die Spaziergänger freundlich, aber bestimmt auf Papierkörbe hinweisen."Die Parkbesucher sortieren ihren Müll jetzt sogar schon getrennt", lobte Manegold die Neuköllner.

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