Gehaltserhöhung : Junge Lehrer erhalten jetzt mehr Geld

Die vom Senat beschlossene Gehaltszulage für Junglehrer kann jetzt ausgezahlt werden. Dies kündigte Bildungs-Staatssekretärin Claudia Zinke (SPD) am Freitag an, nachdem die Einigungsstelle den Einwänden des Hauptpersonalrates eine Absage erteilt hatte.

Susanne Vieth-Entus

Die vom Senat beschlossene Gehaltszulage für Junglehrer kann jetzt „unverzüglich“ ausgezahlt werden. Dies kündigte Bildungs-Staatssekretärin Claudia Zinke (SPD) am Freitag an, nachdem die Einigungsstelle den Einwänden des Hauptpersonalrates eine Absage erteilt hatte. „Der Konflikt mit dem Hauptpersonalrat ist damit beendet. Das bedeutet, dass die Senatsbildungsverwaltung nunmehr allen angestellten Lehrkräften mit voller Lehrbefähigung die höchste Erfahrungsstufe zahlen kann“, so Zinke weiter.

Die neu eingestellten Lehrkräfte erhalten somit rückwirkend zum 1. August 2009 brutto 3846 Euro und damit bis zu 1200 Euro mehr als nach der alten Regelung. Für die älteren Lehrkräfte, die sich bereits in der höchsten „Erfahrungsstufe“ befinden, habe Zinke dem Hauptpersonalrat angeboten, „dass eine Verbesserung der Vergütungssituation“ im Rahmen der anstehenden Tarifverhandlungen erörtert werden könne.

Der Senat hatte im Februar entschieden, dass junge Lehrer ab August rund 1200 Euro pro Monat mehr erhalten sollten, um ihre Abwanderung in andere Bundesländer zu verhindern. Dies bedeutete, dass sie von Anfang an in der tariflich höchsten „Erfahrungsstufe“ eingruppiert werden sollten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte schon damals kritisiert, dass die drastische Gehaltserhöhung eine Schieflage im Tarifgefüge erzeugen würde.

Unterstützung bekam die GEW von älteren, erfahrenen angestellten Lehrern, die entsetzt darüber waren, in einer „Erfahrungsstufe“ mit Berufsanfängern finanziell gleichgesetzt zu werden. Zudem gab die GEW zu bedenken, dass es demotivierend auf Berufsanfänger wirken würde, wenn sie auf Jahre hinaus keine Aussicht auf Gehaltssteigerungen hätten, da sie von Anfang an in der höchsten Gehaltsstufe wären.

Trotz dieser Mahnungen und der absehbar längeren Auseinandersetzung mit dem Hauptpersonalrat ließ sich der Senat Zeit: Es dauerte vier Monate, bis er seinen Beschluss vom Februar dem Hauptpersonalrat zur Mitbestimmung zuleitete. Als das Gremium daraufhin binnen einer Woche, am 23. Juni, den Senatsvorschlag ablehnte, war bereits klar, dass die Zeit für eine rechtzeitige Auszahlung der höheren Gehälter knapp würde. Allerdings hatte der Senat sein Ziel damals schon erreicht: Die Bewerberlage war zum anstehenden Schuljahr besser als im Vorjahr.

Der Gegenvorschlag des Hauptpersonalrates vom Juni hatte darin bestanden, dass die Gehälter der Junglehrer erst nach 30 Monaten die Höchststufe erreichen sollten. Die in der Zwischenzeit frei werdenen Mittel sollten dazu dienen, das Gehalt für die älteren angestellten Lehrer heraufzusetzen. Dem war die Einigungsstelle unter dem Vorsitz von Ronald Pahlen, einem Richter des Landesarbeitsgerichtes, gestern nicht gefolgt. Susanne Vieth-Entus

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