Berlin : Gehaltspoker an der Charité geht weiter

Tarifgespräche wurden auf Montag vertagt

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Im Tarifkonflikt um die Entlohnung und Arbeitsbedingungen der 12 800 nichtärztlichen Beschäftigten an der Charité gab es trotz intensiver Gespräche gestern keine Einigung. Die Verhandlungen zwischen Klinikvorstand und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wurden am Freitagmittag überraschend abgebrochen. „Wir müssen diskutieren, ob und wie wir nun weiterverhandeln wollen“, sagte der Verdi-Verhandlungsführer Georg Güttner-Mayer. Die Tarifkommission der Gewerkschaft will erst am Montagnachmittag wieder über das Angebot der Charité beraten. Bis dahin könne man keine Prognose abgeben, hieß es von Verdi. „Wir empfanden die Gespräche als sehr konstruktiv“, sagte Charité-Sprecherin Kerstin Endele. Für Montagabend erhoffe man die Fortsetzung der Verhandlungen.

Die Gewerkschaft hatte die Verhandlungen mit dem Universitätsklinikum nach zwei Streikwochen erst am 27. September wieder aufgenommen. Die Klinikleitung hatte zuvor ein neues Angebot vorgelegt. Grundlage dafür ist ein Vorschlag von Wissenschaftssenator Thomas Flierl (Linkspartei/PDS), der sich am Nottarifvertrag der Vivantes-Krankenhäuser orientiert. Danach sollen die Beschäftigten des landeseigenen Klinikkonzerns auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten, erhalten jedoch eine Prämie, wenn das Unternehmen Gewinn erwirtschaftet. Für die Charité würde dies laut Flierl für die kommenden zwei Jahre zu Kostenentlastungen von über sieben Millionen Euro führen. Danach wäre mit zusätzlichen Kosten zu rechnen – wenn die Charité ein Umsatzplus verbucht.

Verdi fordert hingegen die Übernahme des bundesweit geltenden Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst und eine gleiche Entlohnung für die Beschäftigten aus Ost- und Westberlin. Die nichtärztlichen Beschäftigten haben nach Auskunft der Gewerkschaft seit 2002 keine Lohnerhöhung mehr erhalten. hah

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