Berlin : Geheilt in acht Minuten

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Kleine Geschichten von oder über Menschen, die auf den Arzt warten, die stehen hier montags. Heute: von der Straße in Prenzlauer Berg.

Am Freitag kommt alles zugleich: die FlugzeugzugluftErkältung, die Berlin-ist-eiskalt-Erkältung, die der-Kollege-hat-dich-angehustet-Erkältung – man schnupft und niest, dass die Augen tränen und fühlt sich nach professioneller Anteilnahme. Zum Arzt also. Raus aus dem Haus, links um die Ecke – und da steht er: Berlins Straßenarzt, Eckart Feldmann, 50, im Karnevalsarztkittel. „Erkältet?“, steht auf einem Schild, das er neben sich ins Beet gesteckt hat. Und im Bauchladen hat er alles dabei, was man sich gerade wünscht: Taschentücher, Glühwein, Ricolas und ein „Gute Besserung“. Das alles verschenkt er. Warum? Er langweilt sich zu Haus, sagt er, allein, wie er jetzt ist. Er rede halt gern mit Menschen.

Immer noch zum Arzt? Ach, nö. Bisschen Mitleid war alles, was man gebraucht hat. Geheilt in acht Minuten. rcf

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