Berlin : Geheimtipps und Höhepunkte

ry/ak

In der Langen Nacht der Museen gibt es Haupt- und Nebenwege. Letztere können sich nicht nur als Geheimtipps erweisen, sondern auch zu echten Höhepunkten werden. Der Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen im ehemaligen Stasi-Knast zum Beispiel bietet am Rande des bunten Ereignis-Reigens der Langen Nacht eine herbe Thematik: Podiumsdiskussionen zur politischen Strafverfolgung und eine literarische Hommage an den kürzlich verstorbenen Schriftsteller Jürgen Fuchs. Spät kommt dann ein Gast, der für diesen speziellen Ort prominenter nicht sein könnte: Um 23 Uhr gibt der Liedermacher Wolf Biermann ein Konzert.

Am anderen Ende der Stadt bringt die Domäne Dahlem ihre Besucher auf einen ganz anderen Geschmack: In einem historischen Kaufmannsladen werden "Kolonialwaren" verkauft. Mit "Tante Emma - Ladengeschwätz um 1900" versetzt das Theater Fürst Oblomov die Besucher in gute alte Zeiten.

Ganz zentral und jung präsentiert sich dagegen das Ausstellungs- und Party-Projekt "Kunst am Bau" in und um die Katakomben, die unterhalb der Moltkebrücke gelegen sind (Adresse: Alt-Moabit 143; erreichbar mit Shuttle-Bus-Route 1). Dort stellen Berliner Kunststudenten schon ab 15 Uhr ihre Arbeiten vor und treten Berliner Bands von Balkanblues bis Speedfolk auf zwei Bühnen auf. Ab 23 Uhr beginnt die Club-Night in den Katakomben.

Ein Highlight im buchstäblichen Sinne wird das Hochhaus der Treptowers. Der Künstler Walter Giers hat es in eine Licht- und Klanginstallation verwandelt: Hundert Hochhausfenster werden im Rhythmus eines Zufallsgenerators kurz beleuchtet. Aus blauen Gullis blubbert Röhrenmusik, und aus den Fenster des Nebentowers beobachtet eine Videodame die Besucher. Im Tower selbst präsentiert Walter Giers weitere elektronische Objekte, unter anderem seinen "interaktiven Friedhof".

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