Berlin : Gehörlose Fußballer verprügelt - Attacke als Rache für sexuelle Belästigung

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Es war ein ganz normaler Abendzug von Magdeburg nach Berlin. Doch als der Regionalexpress 38192 am Sonnabend gegen 21.40 Uhr im Bahnhof Zoo hielt, gab es eine Massenschlägerei, die selbst für den Bahnhof Zoo ungewöhnlich ist: Rund 20 Männer, darunter 14 Gehörlose des Berliner Fußballklubs SC Comet, stürzten aufeinander los und prügelten sich unter wüsten Schreien auf den Gleisen. Nur mit Mühe gelang es sechs Beamten des Bundesgrenzschutzes (BGS), den Pulk auseinander zu bringen. Zwei Gehörlose mussten mit Platzwunden ins Krankenhaus gebracht werden, ein weiterer verlor das Bewusstsein.

Aufklärung in den Fall brachte ein 31-Jähriger, der sich kurz nach Mitternacht stellte. Der Mann gestand, mit einem Schlagstock auf die Gehörlosen eingeschlagen zu haben. Die Rekonstruktion durch den BGS ergab folgendes Szenario: Vier Gehörlose hatten im Zug zwei junge Frauen sexuell belästigt. Nach Angaben von BGS-Sprecher Torsten Weidemann seien die 20 und 22 Jahre alten Frauen dabei "an bestimmten Stellen angefasst" worden. Die beiden hatten daraufhin per Handy Freunde in Berlin um Hilfe gebeten. Als der Zug am Zoo einfuhr, wartete der 31-jährige Schöneberger bereits. Wieviele Komplizen er dabei hatte, blieb zunächst unklar. Der BGS stellte gegen den 31-Jährigen Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung; die vier Gehörlosen wurden wegen sexueller Belästigung angezeigt.

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