Berlin : Geht ein Spaten auf Reisen…

Die Reklame-Schaufel vom Potsdamer Platz soll nach Bonn umziehen. Das ist nicht ganz einfach

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Er gräbt sich immer noch – scheinbar – tief hinein in den Potsdamer Platz: der 20 Meter hohe Spaten, der im Dezember 2002 aufgestellt wurde, um die viermonatige Ausstellung „Menschen, Zeiten, Räume – Archäologie in Deutschland“ im MartinGropius-Bau zu bewerben. Nur: Das pfiffige Werbeformat führt den flüchtig Blickenden inzwischen in die Irre. Denn die Ausstellung endete am 31. März.

Seitdem werden die rund 5000 Exponate im Gropius-Bau sorgfältig eingepackt und zum Abtransport vorbereitet. Wer jetzt noch entdecken will, was die deutsche Landesarchäologie in den vergangenen drei Jahrzehnten an Forschungsergebnissen hervorgebracht hat, der muss schon in Deutschlands alte Hauptstadt reisen: In Bonn wird die Schau am 9. Mai in der Kunst- und Ausstellungshalle eröffnet. Auch der überdimensionale Spaten am Potsdamer Platz soll der Ausstellung nach Bonn folgen. Dass das massive Bauwerk noch nicht abmontiert ist, liegt an bisher unbeantworteten Finanzierungsfragen. „Es muss noch ein Sponsor gefunden werden“, sagt Ausstellungsleiter Rainer-Maria Weiss. „Abbau, Transport und Aufbau in Bonn kosten mindestens 15000 Euro.“ Weiss ist „guter Dinge“, dass die Sponsorensuche erfolgreich sein wird. Spätestens am 8. Mai werde der Spaten nicht mehr in Berliner Boden stecken. Die Demontage des Unikats wird einige Anstrengungen nötig machen.

Allein der Stiel aus Fichtenholz misst 15 Meter am Stück. Ebenso wie das 25 qm große Blatt bringt er 3,5 Tonnen auf die Waage. Wie schon beim Aufbau des Werkzeug-Kolosses muss eine Fahrspur der Potsdamer Straße gesperrt werden, damit der Spaten mit Hilfe eines Krans entstielt und auf einen Schwerlast-Transporter verladen werden kann.sto

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