Berlin : Geht nicht? Geht doch!

102-Jährige hat ein neues Kniegelenk bekommen

Paul Dalg

Fit wie ein Turnschuh sei sie. Irmgard Eutling lacht. Naja, vielleicht stimme es nicht so ganz, was ihre Nichte gerade über sie gesagt hat, aber alt? „Nö, alt fühl ich mich nicht.“ Dabei hat Irmgard Eutling im Martin-Luther-Krankenhaus gerade ihren 102. Geburtstag gefeiert. Und sie hat allen Grund, gute Laune zu haben: Vergangene Woche bekam sie ein künstliches Kniegelenk – ihr zweites. Bereits vor einem halben Jahr war ihr auf ihren Wunsch das erste Kniegelenk ersetzt worden, denn sie hat noch viel vor: „Wat soll ick immer nur rumsitzen?“

Bereits einen Tag nach der Operation fing die Patientin schon mit Laufübungen an, lobt Chefarzt Eike Eric Scheller. Normalerweise sehe man bei so alten Patienten von schwereren Eingriffen ab. Aber in diesem Fall sei das numerische Alter zweitrangig gewesen, erklärt er. Denn mit ihren neuen Kniegelenken kann Frau Eutling nun wieder, wie all die Jahre vorher, ohne Hilfe leben. Das gebe eine Lebensqualität, die eine Operation wert sei. Den Eingriff bezahlte die Krankenkasse.

Bis zu ihrem 85. Geburtstag flog die 102-Jährige noch regelmäßig nach Mallorca, und bis vor zwei Jahren fuhr sie auch drei Mal im Jahr zur Kur nach Bad Nenndorf. „Noch mal nach Bad Nenndorf, dat wär schön“, sagt sie. Erstmal aber freut sie sich darauf, wieder ihre alltäglichen Verrichtungen bewältigen zu können, wenn die Reha beendet ist: Einkaufen, kochen, spazieren gehen. „Ich bin überzeugt, dass sie das schafft, sie hat den Willen“, sagt Scheller. Sie selbst fügt lachend hinzu: „Nur Rad fahren geht nich mehr.“ Dann schweigt sie, lächelnd.

Weihnachten aber wird noch schön in Ruhe mit Krimis verbracht: Je blutiger, desto besser. Lesebrille? „Brauch ick nich. Noch nich.“

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