Geklauter Leichentransporter : Gestohlene Leichen wieder zurück in Deutschland

Drei Wochen nach dem Diebstahl eines Transporters mit zwölf Toten in Hoppegarten bei Berlin sind die meisten Leichen zurück in Deutschland. Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck will darüber nachdenken, wie sich die Kooperation mit Nachbarländern in solchen Fällen verbessern lässt.

Am Dienstag wurde der Prozess gegen die mutmaßlichen Leichenwagen-Diebe Maks S., Rafal K. und Radoslaw B. in Poznan eröffnet.Weitere Bilder anzeigen
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26.03.2013 12:48Am Dienstag wurde der Prozess gegen die mutmaßlichen Leichenwagen-Diebe Maks S., Rafal K. und Radoslaw B. in Poznan eröffnet.

Am Dienstagmorgen um 2 Uhr erreichten zehn Zinksärge das Krematorium der sächsischen Stadt Meißen, wie der Geschäftsführer der Einrichtung, Jörg Schaldach, der Nachrichtenagentur dapd sagte. Nach einer Begutachtung durch einen Gerichtsmediziner und einer Amtsärztin seien die Verstorbenen noch in der Nacht eingeäschert worden. Zwei weitere Leichen sollten zunächst nach Berlin beziehungsweise Brandenburg gebracht werden, wie er sagte.

Der Transporter mit den Leichen war am 15. Oktober in einem Gewerbegebiet unweit der östlichen Berliner Stadtgrenze gestohlen worden. Die Leichen sollten ursprünglich zur Einäscherung ins sächsische Meißen gebracht werden. Die Diebe hatten wahrscheinlich aus Versehen das Fahrzeug des Bestattungsfahrdienstes erwischt. Die Särge wurden eine Woche später in einem Wald bei Konin entdeckt und ins Gerichtsmedizinische Institut nach Poznan gebracht.

„Mir ist bewusst, dass das tagelange Warten für die Angehörigen der Verstorbenen schwer zu ertragen war“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Er verwies auf „die funktionierende Zusammenarbeit“ mit Polen. Gleichwohl müsse dieser Fall Anlass sein, darüber nachzudenken, wie Kooperation und Absprachen bei „solch solitären Ereignissen“ noch verbessert werden könnten.

Noch am Freitag waren Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) nach Poznan gereist, um Unterlagen wie Sterbeurkunden und Vollmachten der Angehörigen zu übergeben. Diese Papiere hatte die dortige Gesundheitsbehörde angefordert, um die Leichen freigeben zu können.

Die polnische Polizei nahm im Zusammenhang mit dem Diebstahl bisher drei Tatverdächtige fest. Nach einem Mann wird dort noch gefahndet. (dapd)

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