Berlin : Gekonnt gekämpft: Rossmann hat überlebt

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Die Firma Hugo Rossmann ist sicher eines der ältesten Unternehmen in der Stadt. Hervorgegangen aus einer Ende des 18. Jahrhunderts gegründeten Kupferschmiede und seit mehr als 100 Jahren in Familienbesitz hat der mittelständische Reinickendorfer Betrieb viele Schwierigkeiten bewältigt und sich behauptet. Die Schwerpunkte der Produktion liegen in der Zulieferung für die Kälte und Bahnindustrie. Auf rund 6000 Quadratmetern Produktionsfläche werden derzeit Druckbehälter für Kühlanlagen, Container für U- und S-Bahnen und Wärmetauscher produziert.

Gerade in den Jahren nach der Wiedervereinigung stand das Unternehmen, das Geschäftsführer Hugo Rossmann seit 1959 in der dritten Generation leitet, vor enormen Herausforderungen. Von der Treuhand übernommene Firmen in Ost-Berlin machten mit Dumping-Preisen Konkurrenz, die sein Unternehmen an den Rand des Ruins brachten. Innerhalb von zwei Jahren musste er die Belegschaft von 175 auf 65 Beschäftigte reduzieren.

Nach 1992 konnte Rossmann seine Firma konsolidieren, inzwischen zählt der Betrieb wieder rund 100 Beschäftigte. Dies gelang ihm, obwohl das Umfeld in Berlin in dieser Zeit alles andere als günstig war und gleichzeitig die Metall- und Elektroindustrie in beiden Teilen der Stadt zusammenbrach. Rossmann muss weiter um Aufträge kämpfen; Produzenten in Ländern mit niedrigeren Lohnkosten als in Berlin könnten eben günstigere Angebote machen. Das bedeutet für das mittelständische Unternehmen auch, manchmal die bisherigen Preise senken zu müssen. Von der Wirtschaftspolitik des Senats erwartet Rossmann nicht viel: „Die gibt es eigentlich gar nicht mehr.“ sik

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