Berlin : Gelände am Leipziger Platz wird verkauft

Erbengemeinschaft trennt sich von Wertheim-Areal

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Die größte Brachfläche am Leipziger Platz, das Wertheim-Areal, könnte noch in diesem Jahr einen neuen Käufer finden. Das erwartet die Immobilienfirma CB Richard Ellis, die im Auftrag der Jewish Claims Conference und der Wertheim-Erben das 22 000 Quadratmeter große Gelände verkaufen will. Fabian Hüther, Chef der Berliner Investmentabteilung des Unternehmens, kann sich „derzeit kein Grundstück in Deutschland vorstellen, das mehr Chancen bietet“.

Damit sind die Aussichten gestiegen, dass die Brache in absehbarer Zeit auch bebaut wird. Auf dem Gelände stand einst das Wertheim-Kaufhaus, das im Krieg fast völlig zerstört und zu Ost-Berliner Zeiten abgerissen wurde. Pläne für eine Bebauung gab es bereits vor Jahren. Aber erst 2005 einigten sich die Erben der von den Nazis enteigneten jüdischen Kaufmannsfamilie Wertheim mit dem Handelskonzern Karstadt-Quelle über die Ansprüche am Grundstück . Der Wert des Geländes wird auf weit über 100 Millionen Euro geschätzt. Die Quadratmeterpreise direkt am Platz betragen 7200 Euro, deutlich geringer sind sie im hinteren Teil des Geländes. Es liegt gegenüber dem Bundesrat und reicht bis an die Ministergärten.

Die weit verstreute Wertheim-Erbengemeinschaft hatte schon 2005 durchblicken lassen, dass sie das große Gelände nicht selbst bebauen, sondern veräußern wolle. Dietrich Ribbert vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte sagte gestern, er glaube, dass der Verkauf entgegen den Erwartungen der Immobilienfirma „nicht ganz einfach“ sein werde. Es sei schwierig, Büroflächen zu vermieten, was sich schon am jahrelangen Leerstand des Bürohauses der Delbrück-Bank am Potsdamer Platz zeige. Und wenn bald die Bahn aus dem Hochhaus des Sony-Centers ziehe, seien noch mehr Flächen auf dem Markt. Die Banken gäben für neue Bürobauten nur Geld bei mindestens 50 Prozent Vermietungszusagen. „Die Lage ist wahnsinnig interessant, aber es gibt in der Gegend zu viele Mietflächen.“C. v. L.

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