Berlin : Geld her!

-

VON TAG ZU TAG

Andreas Conrad weiß, was Berlin

von BahnChef Mehdorn lernen kann

Zu den letzten Waffen im Beziehungskrieg gehört bekanntlich die Drohung, die Beziehung kurzerhand zu beenden. „Liebe mich! Oder ich verlasse dich!“ Im Dschungelkrieg der Zweierbeziehung soll das mitunter sogar helfen, zumindest vorübergehend. Verständlich ist es daher schon, diese Strategie aufs Politische oder gar Wirtschaftliche übertragen zu wollen. Zum Beispiel auf die langjährige, derzeit schiefe Beziehung zwischen Senat und Bahn AG, die wegen der S-Bahn über Kreuz liegen. Bis Mitte Dezember müsse ein neuer Vertrag her, sonst könne man den S-Bahnbetrieb nicht länger garantieren, drohte jetzt Bahnchef Hartmut Mehdorn, wie er das gerne tut. Im Falle weiterer Verweigerung keine S-Bahn mehr? Stilllegung als letztes Mittel? Ein interessantes Konfliktverhalten, das die Stadt sich schon deshalb, weil es zur Pleite kaum noch Alternativen gibt, zum Vorbild nehmen sollte. Steht nicht auch sie seit langen hilflos bettelnd vor der Bundesregierung, um den leeren Fressnapf endlich wieder gefüllt zu bekommen? Nun, drohen wir doch einfach mit dem Prinzip Mehdorn: Berlin? Können wir leider nicht mehr garantieren, Herr Kanzler. Wird bei weiterhin laxer Zahlungsmoral einfach abgeschafft. Den Regierungsbauten drehen wir dann den Saft ab, und die Ampeln stellen wir auf Dauerblinken. Bleiben die Politiker im Stau stecken, können sie ja die S-Bahn nehmen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben