Geld und Konzept fehlen : Jobcenter für die Jugend starten später

Jugendberufsagenturen sollen Schüler fit machen für den Arbeitsmarkt. Eine gute Idee - doch den vier Bezirken, die das testen sollen, fehlt das Personal. Pirat Martin Delius fordert dringend Geld vom Senat.

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Rund 3000 Schulabgänger "verschwinden" jährlich ohne Ausbildung im städtischen Alltag.
Rund 3000 Schulabgänger "verschwinden" jährlich ohne Ausbildung im städtischen Alltag.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die geplanten Berliner Jugendberufsagenturen zur besseren Integration von Schülern ins Berufsleben werden offensichtlich später eingerichtet als ursprünglich geplant. Zunächst sollen in vier Bezirken regionale Anlaufstellen eingerichtet werden – doch dafür müssen die Senatsbildungsverwaltung, die Arbeitsverwaltung, alle zwölf Bezirke und die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit erst noch eine Vereinbarung zum Konzept ausarbeiten und unterzeichnen. Zudem fehlt noch das nötige Geld für die je zwei Beraterstellen. Dies geht aus der Antwort von Jugendstaatssekretär Mark Rackles auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Martin Delius (Piraten) hervor.

„Die Jugendberufsagentur ist demnach weit von der Arbeitsfähigkeit entfernt“, sagte Delius dem Tagesspiegel. „Die Bezirke müssen diese Stellen dringend über den Nachtragshaushalt zugewiesen bekommen“, forderte der Abgeordnete. Auch Jugendstadtrat Gernot Klemm (Linke) aus Treptow-Köpenick hat laut der Anfrage festgestellt, dass die Bezirke es „nicht für klug halten“, das Projekt „ohne die Vorabklärung der personellen und finanziellen Ressourcen einfach so zu starten“.

Fordert dringend mehr Geld für die Bezirke im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit: Martin Delius (Piraten).
Fordert dringend mehr Geld für die Bezirke im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit: Martin Delius (Piraten).Foto: dpa/Maurizio Gambarini

Wie berichtet, werden rund vier Millionen Euro pro Jahr für das Konzept der Jugendberufsagentur veranschlagt. Dabei ist das Coaching von Schülern wichtig, zudem sollen vorhandene Angebote und Strukturen in einem Bezirksgebäude gebündelt werden: Vertreter von Arbeitsagentur, Jobcenter, Jugendhilfe oder auch Drogenberatung. Marzahn-Hellersdorf gilt als Vorreiter. Tempelhof-Schöneberg verfügt bereits über „Jugendberatungshäuser“, zudem sollten dem Vernehmen nach Spandau und Mitte Ende des ersten Halbjahres 2015 starten.

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