Berlin : Geld verdienen – nicht nur sparen

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„Der Verwaltungswasserkopf der Universitäten ist enorm, da kann man sicher etwas tun.“ Gerhard J. Müller, Professor am Institut für Medizinische Physik und Lasermedizin der Freien Universität und Geschäftsführer der Laser und Medizin-Technologie GmbH, weiß auch schon, wo: Warum muss jedes Uniklinikum eine eigene Verwaltung haben? Wie bei den städtischen Krankenhäusern, die unter dem Dach von Vivantes fusioniert wurden, könnte man auch viele Dienstleistungen outsourcen, sagt Müller. Brauchen die Unikliniken wirklich jeweils eigene Apotheken? Mit konkreten Sparvorschlägen möchte sich der Medizinphysiker zurückhalten – aus Rücksicht auf die ohnehin schon angespannte Stimmung am Fachbereich.

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Cathrin Dressler nickt. Schon heute schmerzten die Sparmaßnahmen. Mit neuester Technologie kann die Mikrobiologin, die Zellen präpariert, oft nicht mehr arbeiten. Sie muss Kollegen bitten, mit ihrer Technik einzuspringen, da Neuinvestitionen kaum möglich sind.

Von der Fusion der Hochschulmedizin wären Müller und Dressler direkt betroffen, „wenn die Politik nicht endlich einschreitet“. Über die Lasermedizin an der FU steht im Gutachten: Sie sei drittmittel- und leistungsstark, aber die Universitätsmedizin könnte auf sie verzichten. Diesen Schluss kann Müller absolut nicht nachvollziehen. Denn seine gemeinnützige GmbH, ein An-Institut der FU, bringt dem Medizin-Fachbereich rund drei Millionen Euro Drittmittel pro Jahr. Das sind zehn Prozent des gesamten Drittmitteletats des FU-Klinikums. Auch die Sarrazin-Verwaltung rede nur vom Sparen, anstatt für mehr Einnahmen zu sorgen – für Gerhard Müller ein kapitaler Fehler. -ry

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