Berlin : Geldautomat zum zweiten Mal gesprengt

Tatort erneut Charlottenburger Postbank-Filiale. Polizei geht von zwei Banden aus, die in Berlin agieren

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Bild der Verwüstung. Der zerstörte Vorraum der Postbank-Filiale in der Otto-Suhr-Allee. Foto: Andreas Meyer
Bild der Verwüstung. Der zerstörte Vorraum der Postbank-Filiale in der Otto-Suhr-Allee. Foto: Andreas MeyerFoto: Andreas Meyer

Wieder wählten die Täter einen Montagmorgen für ihren Coup. Und wieder war es die Postbank-Filiale in der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg, in der ein Geldautomat gesprengt wurde. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen haben sich Unbekannte den Geldautomaten dieser Filiale vorgenommen. Verletzt wurde niemand. Ein Zeuge hatte gegen 3.30 Uhr einen lauten Knall gehört und die Polizei gerufen.

Die Vermutung liegt nahe, dass es dieselben Täter waren, die bereits am 17. Januar zugeschlagen hatten. Doch damals mussten sie ohne Beute flüchten – trotz der Sprengung war es ihnen nicht gelungen, das Fach, in dem die Scheine im Automaten liegen, zu knacken. Am gestrigen Montag hingegen scheinen die Täter erfolgreicher gewesen zu sein, obgleich die Polizei sich mit Informationen noch zurückhält. „Es lagen noch Scheine auf dem Boden. Inwieweit die Täter auch etwas erbeutet haben, wird geprüft“, sagte eine Polizeisprecherin. Ein Verantwortlicher der Postbank-Filiale in der Otto-Suhr-Allee wollte sich gestern nicht äußern. „Die Filiale bleibt bis auf Weiteres geschlossen“, stand auf einem Schild. Mehrere Sicherheitsleute mit ernstem Blick waren vor den abgesperrten Zugängen postiert. Kunden, die an der Security vorbeilugten, konnten sich ein ungefähres Bild von dem Schaden machen: Schuttreste lagen herum, von den Decken im Schaltervorraum baumelten Kabel, Staub lag in der Luft. „Durch die Wucht der Explosion wurde die Eingangstür nach außen gedrückt und die gesamte Einrichtung des Vorraums zerstört“, teilte die Polizei mit.

Elf Geldautomatensprengungen hat es seit August 2009 in Berlin gegeben. Die Fälle würden von der „Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Berlin Brandenburg“ bearbeitet, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes Brandenburg, Toralf Reinhardt. Erst am 3. Januar waren zwei Täter gefasst worden, die in Lindow (Ostprignitz-Ruppin) versucht hatten, einen Geldautomaten in die Luft zu sprengen. Sie waren dabei jedoch dilettantisch vorgegangen. Die beiden Männer sitzen seither in Haft.

Die Ermittler gingen davon aus, dass sie es in Berlin aktuell mit zwei Serien zu tun haben, sagte Reinhard. Offenbar agieren hier also zwei Banden, die sich darauf spezialisiert haben, Geldautomaten mithilfe eines Gasgemischs zu sprengen, um dann an das Bargeld zu gelangen. Nur in der konkreten Vorgehensweise unterschieden sich die Tätergruppen. Details wollte Reinhard aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Im aktuellen Fall werten die Beamten nun die am Tatort gesicherten Spuren aus und sichten das Videomaterial aus der Überwachungskamera. Tanja Buntrock

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