Berlin : Geldbuße für falsche Therapie

Zwei Ärzte empfahlen Gymnastik statt neuen Gelenks

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Zwei Orthopäden einer Gemeinschaftspraxis müssen mehr als sechs Jahre nach der Behandlung eines Patienten mit Hüftproblemen Geldbußen von 7500 und 2500 Euro zahlen. Mit dieser Entscheidung stellte das Amtsgericht Tiergarten ein Verfahren um fahrlässige Körperverletzung gegen die 46 und 70 Jahre alten Ärzte wegen geringer Schuld ein.

Die Anklage hatte den Medizinern vorgeworfen, einen Polizisten aufgrund einer Fehldiagnose mit Spritzen und Krankengymnastik behandelt zu haben, obwohl der Beamte ein neues Hüftgelenk benötigt hätte. Der 48-jährige Polizeihauptmeister war im Dienst gestürzt. Seine Frau sagte am Rande des Prozesses, er habe wegen starker Schmerzen sogar im Sitzen schlafen müssen. Ihren Rat, eine andere Arztpraxis aufzusuchen, habe er nicht befolgt. Erst als sich ihr Mann viele Monate später in einer Kurklinik aufhielt, sei ein Bruch des Hüftgelenks festgestellt worden.

Ob den beiden Orthopäden tatsächlich eine Fehldiagnose vorzuwerfen ist, war jedoch im Strafverfahren nicht zweifelsfrei zu klären. Das Röntgenbild sei nicht eindeutig, es sei nicht auszuschließen, dass der Bruch nicht zu erkennen war, erklärte auch der Staatsanwalt. Der Polizist ist inzwischen verstorben. Sein Tod stehe jedoch nicht in Zusammenhang mit der damaligen Behandlung, hieß es. K. G.

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