• Geldfälscher waren erst am Anfang Polizei fand 24 einseitig bedruckte 50-Euro-Noten – und sucht nach den Hintermännern

Berlin : Geldfälscher waren erst am Anfang Polizei fand 24 einseitig bedruckte 50-Euro-Noten – und sucht nach den Hintermännern

Jörn Hasselmann

Caputh - Nun sitzt auch der dritte Geldfälscher von Caputh in Untersuchungshaft. Der Potsdamer Jens H. wurde am gestrigen Mittwoch nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft erneut festgenommen. Die beiden anderen Verdächtigen, der 42-jährige Iraner Hassan Y. und der 32-jährige Weißrusse Ulandzislaus L., sitzen bereits seit vergangener Woche in Haft. Sie betrieben die erste seit Einführung des Euro aufgeflogene Fälscherwerkstatt in Deutschland. Bislang wurden Blüten vorwiegend im Baltikum und in Südosteuropa produziert.

Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hatte die Razzia gegen die Fälscher als großen Erfolg der Polizei bezeichnet. Allerdings gibt es daran auch Zweifel. So hatten die Männer lediglich acht DIN-A4- Seiten mit jeweils drei 50-Euro-Noten produziert. Die Bögen waren nur auf einer Seite bedruckt und noch ungeschnitten, sagte Staatsanwalt Benedikt Welfens. Die Druckplatte für die Rückseite der Blüten wurde bei der Razzia am Donnerstag in einer früheren Gärtnerei nicht gefunden. Auf die Spur der Fälscher war die Polizei durch einen Zufall gekommen: Ein Bürger hatte gemeldet, dass in der Gärtnerei Cannabis angebaut werde, die Entdeckung der Druckerei war Zufall. Die Menge der sichergestellten Farbe und des unbedruckten Papiers soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft für Blüten im Wert von einer Million Euro gereicht haben. „Das waren keine Profis“, sagte ein Ermittler, „die sitzen in Osteuropa.“ Alle Fälscherutensilien werden beim Bundeskriminalamt untersucht. Über die Hintermänner gibt es noch keine Erkenntnisse. Die Festgenommenen schweigen.

Nach Angaben von Falschgeldexperten ist die Qualität gefälschter Euro-Noten in letzter Zeit deutlich besser geworden. 90 Prozent der Blüten seien mittlerweile professionell produziert.

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