Berlin : Geldstrafe für Aubis-Manager Wienhold muss 50000 Euro wegen Mieterbetrugs zahlen

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AubisManager Klaus-Hermann Wienhold ist gestern wegen Betruges zu einer Geldstrafe von 50 000 Euro verurteilt worden. Gegen seine mitangeklagte Lebensgefährtin Hannelore P., frühere Geschäftsführerin der Aubis-Tochter Aubitec, erging eine Geldstrafe von 9000 Euro. Nach Überzeugung des Amtsgerichts Tiergarten sind 2000 Mieter des Immobilienunternehmens Ende der 90er Jahre durch falsche Betriebskostenabrechnungen um insgesamt rund 20 000 Euro geprellt worden. Der 53-jährige Wienhold hatte die Vorwürfe bestritten. In dem Prozess ging es nicht um die Geschäfte der Firma Aubis mit der Berlin-Hyp, die 2001 die Berliner Bankenaffäre auslösten.

Das Unternehmen Aubis war mit insgesamt 16 000 Plattenbauwohnungen in Ostdeutschland ein Großkunde der Gebäudeversicherungssparte der Allianz. Bei Neuverhandlungen mit der Allianz habe Aubis eine überhöhte Prämie bezahlt, hieß es im Urteil. Darin seien 20 Prozent Provision enthalten gewesen, die unter der Hand auf Wienholds Konto geflossen sei. Der in der Wohnungswirtschaft erfahrene Kaufmann habe gewusst, dass solche Provisionen unzulässig seien und Mieter benachteiligen. „Wienhold kam es darauf an, persönliche Vorteile zu ziehen“, stand für den Richter fest. Dabei sei er von seiner Lebensgefährtin unterstützt worden, die mit Nachdruck die Provision eingefordert habe.

Doch nur in einem von insgesamt vier Vorwürfen war aus Sicht des Gerichts die Schuld der beiden Angeklagten bewiesen worden. In den Anklagepunkten um Rückerstattungen des Gebäudeversicherers in Höhe von rund 65 000 Euro für Mieter von Plattenbauten in Halle, Schwerin oder Leipzig ergingen Freisprüche. Für Wienhold sprach das Gericht eine Geldstrafe von 250 Tagessätzen zu je 200 Euro aus, für seine Lebensgefährtin 180 Tagessätze zu je 50 Euro. KG

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