• Geldstrafe nach S-Bahnunfall Zugführer fuhr zu schnell und rammte zweiten Zug im Bahnhof

Berlin : Geldstrafe nach S-Bahnunfall Zugführer fuhr zu schnell und rammte zweiten Zug im Bahnhof

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Der Unglücksfahrer der SBahn, der im Mai 2002 einen schweren Zusammenstoß am Hackeschen Markt verursachte, ist gestern zu einer Geldstrafe von 3750 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach den 38-jährigen Olaf W. der fahrlässigen Gefährdung des Bahnverkehrs und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig. Der Unfall hätte vermieden werden können, wenn sich der Angeklagte an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern gehalten hätte, hieß es im Urteil. Stattdessen habe er vom Bahnhof Alexanderplatz kommend Tempo 60 beibehalten und zuletzt auch ein Haltesignal überfahren.

In der Verhandlung beteuerte der inzwischen arbeitslose W., dass er sich keiner Schuld bewusst sei. Er könne sich nicht erklären, wie er ein Signal übersehen konnte. Von „Stress“ wegen einer Verspätung sprach er. Er habe vergeblich versucht, diese Zeit aufzuholen. Nach Auffassung des Staatsanwalts war W. im Hinblick auf den nahen Feierabend „extrem unaufmerksam“. Der Richter ging schließlich zu Gunsten des Angeklagten davon aus, dass er bei der Ausfahrt am Alexanderplatz nur vergaß, Tempo 50 einzustellen. „Die zehn Stundenkilometer sind in dem Fall das Quäntchen, was zu viel war“, sagte der Richter und verhängte die Geldstrafe.

Als W. das Haltesignal ignoriert hatte, wurde die automatische Zwangsbremsung eingeleitet. Trotzdem fuhr der Zug auf einen im Bahnhof Hackescher Markt stehenden Zug auf. Bei dem Zusammenstoß wurden mehrere Fahrgäste verletzt; der Sachschaden belief sich auf 220 000 Euro. K. G.

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