Berlin : Geldstrafe wegen Unachtsamkeit Autofahrer verursachte den Tod eines Radfahrers

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Die Männer kamen sich an jenem Morgen entgegen: Der eine saß im Auto und wollte links abbiegen, der andere war auf dem Radweg unterwegs. Es war 6.25 Uhr, als der Opel-Fahrer auf die Gegenfahrbahn fuhr. Er glaubt, die Straße voll im Blick zu haben. Doch den 52-jährigen Radfahrer sah er zu spät. 14 Monate nach dem tödlichen Unfall saß der 41-jährige Verursacher wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht.

Bei dem Zusammenstoß an der Darßer Straße in Hohenschönhausen war das Opfer vom Fahrrad geschleudert worden und mit dem Kopf auf die Fahrbahn geschlagen. Der Mann verstarb 15 Tage später im Krankenhaus. Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass der Opel-Fahrer mit „erheblicher Geschwindigkeit“ in die Gegenspur gefahren war. Er habe das Tempo auch dann nicht reduziert, als er von der aufgehenden Sonne geblendet wurde. Dieser Vorwurf bestätigte sich jedoch nicht. Der Techniker aus Pankow war unachtsam – und verursachte durch „kurzes Versagen“ das Unglück.

Fahrlässige Tötung kann mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren geahndet werden. Bei Unglücksfällen wie diesem wird berücksichtigt, dass es für jeden ein Albtraum ist, unbeabsichtigt den Tod eines anderen Menschen verursacht zu haben. Für den Opel-Fahrer endete der Prozess mit einer Geldstrafe von 2700 Euro (90 Tagessätze zu je 30 Euro).

Ein Urteil, das jenen in ähnlichen Fällen entspricht. So bekam ein Kraftfahrer, der eine Radfahrerin in Prenzlauer Berg beim Abbiegen nicht rechtzeitig sah, eine Strafe von 2800 Euro. Für zwei Sekunden habe er seine Sorgfaltspflicht verletzt, hieß es. Bei tödlichen Unfällen, die auf Trunkenheit oder Raserei zurückzuführen sind, werden dagegen zumeist Freiheitsstrafen verhängt. Kerstin Gehrke

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