Berlin : Gemeinde will Begräbnisstätte an der Heerstraße vergrößern

CD

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin erweitert ihren Friedhof an der Heerstraße. Auf dem 3,4 Hektar großen Areal nahe dem Scholzplatz, wo seit Mitte der 50er Jahre rund 5000 Menschen bestattet worden sind, droht mittelfristig eine Überlegung. Nach Auskunft eines mit der Planung beauftragten Architektenbüros soll die Ruhestätte deshalb in diesem Jahr um einen Hektar vergrößert werden. Derzeit läuft ein Verfahren zur Aufhebung des Landschaftsschutzes. Bisher steht auf dem künftigen Friedhofsgelände ein Kiefernwald; die Bäume sollen großenteils gerodet werden. Voraussichtlich beginnen die Fällungen noch im Februar.

Die Planer haben errechnet, dass der Platz für 1500 neue Gräber reichen wird und damit ungefähr für die nächsten 20 Jahre. Die jüdische Begräbnisstätte besteht seit 1955, als sich die Gemeinde wegen des Ost-West-Konflikts in einen östlichen und einen westlichen Teil spaltete. In der jüdischen Tradition ist es untersagt, Grabstätten mehrfach zu belegen. Auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee gibt es zwar noch Kapazitäten, doch Angehörige von Verstorbenen aus den westlichen Stadtbezirken scheuen den weiten Anfahrtsweg.

Zu den prominenten Toten, die an der Heerstraße bestattet wurden, gehören der langjährige Gemeinde-Vorsitzende Heinz Galinski, der Gemeindekantor Estrongo Nachama, der Showmaster Hans Rosenthal, die Künstlerin Lotti Huber, der Schauspieler Ernst Deutsch und die SPD-Politikerin Jeanette Wolff.

Die Jüdische Gemeinde will die neuen Flächen kaufen; das bisherige Friedhofsgelände ist bereits in ihrem Eigentum. Das Bezirksamt Charlottenburg will gegenüber der federführenden Senatsumweltverwaltung "eine positive Stellungnahme abgeben", sagte Baustadträtin Beate Profé (Grüne). Allerdings fordere man, dass es künftig keine weitere Ausdehnung des Friedhofs gebe.

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