Berlin : Gemeinsames Gedenken in Mitte In der Bernauer Straße für Maueropfer schweigen

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Es soll eine Minute der Stille sein, des Gedenkens an den Bau der Mauer und an ihre Opfer. Wenn sich die Errichtung der Mauer am Sonnabend zum 50. Mal jährt, soll ganz Berlin um 12 Uhr schweigen. Nur die Glocken der Kirchen sollen läuten. Dazu rufen die Stiftung Gedenkstätte Berliner Mauer und die Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft mit dem Tagesspiegel unter dem Motto „Berlin steht still“ auf. Wer nicht alleine innehalten, sondern die Schweigeminute in Gemeinschaft erleben möchte, solle in die Bernauer Straße kommen, sagt Pfarrer Fischer von der Gedenkstätte und der Versöhnungsgemeinde Bernauer Straße. Dort findet die offizielle Gedenkfeier statt. Die Straße sei gesperrt und biete Platz für 100 000 Menschen, sagte Fischer. Er wünscht sich, dass danach alle gemeinsam die Nationalhymne und das Lied „Die Gedanken sind frei“ singen, Zettel mit dem Text würden verteilt. Wer nicht kommen kann, soll überall mitmachen, wo er sich gerade befindet. Und wer zu Hause sei, solle einfach vorm Fernseher teilnehmen, die ARD übertrage live, sagt Fischer. Er hofft, dass ganz Berlin für einen Moment schweigt und stillsteht. Zahlreiche Prominente und Politiker hatten bereits angekündigt, an der Schweigeminute teilzunehmen. Die BVG will Busse und U-Bahnen, die S-Bahn ihre Züge für eine Minute anhalten. Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) appellierte, bei der Schweigeminute mitzumachen. „Am 13. August 1961 zerbrach für mich die letzte Hoffnung auf Freiheit. Dass die Mauer fällt, haben wir selbst 1989 nicht für möglich gehalten“, sagte er nach dem Rundgang über den zweiten Abschnitt der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße, der am Sonnabend eröffnet wird. Christoph Spangenberg

Mehr zum Programm der Gedenkveranstaltung am Sonnabend auf Seite 10 und zur Erweiterung der Gedenkstätte auf Seite 21.

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