Berlin : Gemischtes Doppel VERLOSUNG KAUFTIPPS

Memory ist wieder in. Jetzt sind zwei neue Variationen des Kombinationsspiels erschienen – mit Bildern aus Berlin. Wir verlosen fünf Spiele

Lars von Törne

Wo war doch gleich noch die Nationalgalerie? Lag die Gedächtniskirche nicht rechts oben? Und die Karte mit dem Jüdischen Museum hatten wir doch auch schon gehabt… Wer sich als Erwachsener erstmals wieder an ein Memory-Spiel wagt, erfährt schnell die Grenzen des eigenen Kurzzeitgedächtnisses. Damals, als Kind, konnte man die umgedrehten Kartenpaare irgendwie schneller zuordnen. Erschwerend kommt hinzu, dass bei den beiden neuen Variationen des alten Gedächtnisspiels nicht etwa Blumen, Tierbabys oder ähnlich simple Bilder zu suchen sind. Sondern Berliner Bauten, die sich manchmal nur durch Details zu unterscheiden scheinen.

Eine besondere Herausforderung und gleichzeitig ein ästhetischer Genuss ist das Spiel 32xBerlin von Friederike von Rauch. Die Fotokünstlerin, die auf Architektur spezialisiert ist, hat 32 Berliner Gebäude mit ihrer Kamera festgehalten. Statt sich auf alt bekannte Ansichten zu verlassen, konzentrierte sie sich auf grafisch interessante Details und lässt auch spröde, wenig prominente Gebäude wie abstrakte Kunstwerke aussehen. Durch die Kamera von Friederike von Rauch wirken sogar der Busbahnhof Steglitz oder der Parkplatz unter der Spandauer Nordbrücke wie Kunstinstallationen.

Für den Spieler sind ihre großformatigen, auf mattem Karton gedruckten Karten gewöhnungsbedürftig. Durch die Konzentration auf Details ist manch steinerne Oberfläche schwer zuzuordnen. Auch hat die 36-jährige Künstlerin jeden Bau aus zwei leicht veränderten Perspektiven fotografiert. Dadurch sind die Kartenpaare nicht identisch. Dafür ist die Freude umso größer, wenn man nach langer Suche endlich das passende Gegenstück identifiziert hat. Die Idee kam Friederike von Rauch eher zufällig, berichtet sie. Eines Tages bastelte sie sich zum Privatvergnügen aus Architekturbildern mit ähnlichen Motiven ein Legespiel. Das sah Stefan Lucks, ein befreundeter Fotograf, der zwei Jahre zuvor ein sehr erfolgreiches Kartenspiel mit Bildern von Plattenbauten veröffentlicht hatte. Die Idee zum serienmäßig produzierten Berlin-Fotolegespiel war geboren, Stefan Lucks wurde Mitherausgeber des spielerischen Kunstprojektes.

Eher klassisch ist das Städtebauten Memospiel Berlin des Verlegers Markus Braun gestaltet. Reichstag, Brandenburger Tor, Fernsehturm und Sony-Center sehen hier so aus, wie man sie auch von bunten Ansichtskarten kennt, professionell fotografiert, aber wenig überraschend. Die 80 Karten haben das traditionell kleine Memory-Format, jedes Bild hat ein identisches Doppel. Praktisch bedeutet dies, dass ein Spieldurchgang mit diesen Karten im Schnitt etwa halb so lange dauert wie mit den Karten von 32xBerlin.

Markus Braun, der einen Verlag für Architektur und Zeitgeschichte betreibt, will mit seinem Spiel auch Menschen an Architektur heranführen, die sonst wenig auf Baukunst achten. Während Friederike von Rauchs Spiel eher etwas für Architektur- und Kunstfotofans ist, richtet sich Brauns Memospiel auch an Berlin-Touristen, die die Karten als Souvenir mitnehmen. Spielerisch führt der 37-jährige Verleger sie zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt. Wer mehr über einzelne Bauten lernen will, erfährt im mehrsprachigen Begleitheft Details über Architekt und Baujahr, wie auch bei 32xBerlin.

Memory darf übrigens offiziell keines der beiden neuen Spiele heißen. Den Namen hat sich der Ravensburger Verlag für das klassische Memory-Spiel schützen lassen.

Professionelle Memory-Spieler betrachten den Trend zum Spiel mit Berliner Motiven mit gemischten Gefühlen. „Einerseits freue ich mich über jede Memory-Karte, die irgendwo auf der Welt umgedreht wird“, sagt Erik Ecker (36), Präsident der von ihm und einer Gruppe früherer Schulfreunde gegründeten Berliner Gesellschaft der Freunde des Memory-Spiels. „Andererseits sind Themen-Memorys viel zu kompliziert und lenken vom eigentlichen Spiel ab.“ Bei ihren Turnieren, die die Gesellschaft regelmäßig ausrichtet, greifen Ecker und seine Mitspieler am liebsten zum traditionellen Kinder-Memory. „Dort sind die Motive am leichtesten zu unterscheiden.“

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