Berlin : Generäle, Ärzte und Maler Wen Berlin seit 1813 ehrte

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Beguckt man die Liste der Berliner Ehrenbürger seit 1813, stellt man schnell fest, dass die Geehrten den jeweiligen Zeitgeist widerspiegeln. Der erste ist Probst Conrad Gottlieb Ribbeck, der sich beim Ruf zu den Befreiungskriegen Meriten erwarb. Manche Namen sagen uns heute nichts mehr, andere sind mit großen Verdiensten um die Stadt verbunden. Zar Nikolaus von Russland kam zu der Ehre, weil er mit einer Tochter von Preußens König Friedrich WilhelmIII. verheiratet war. Im 19. Jahrhundert wimmelt es von preußischen Ministern und Generälen. Aber mit Heinrich von Gagern, dem Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung, ist auch ein Liberaler dabei. Auch Reichskanzler Otto von Bismarck und General Helmuth von Moltke stehen auf der Liste.

Zu den großen Gelehrten und Künstlern unter den Ehrenbürgern zählen die Ärzte Ernst Ludwig Heim, Robert Koch und Rudolf Virchow, der Archäologe Heinrich Schliemann, der Naturforscher Alexander von Humboldt, der Historiker Leopold von Ranke, die Architekten Ludwig Hoffmann und Hans Scharoun, der Bildhauer Daniel Christian Rauch, die Maler Adolph von Menzel, Max Liebermann und Karl SchmidtRottluff, der Naturwissenschaftler Otto Hahn, die Schriftstellerin Nelly Sachs, der Dirigent Herbert von Karajan und der Sänger Dietrich Fischer-Dieskau.

Sämtliche Bundespräsidenten und Bundeskanzler wurden traditionell mit dem Ehrenbürgerbrief ausgezeichnet. Sie wurden im Westen für Verdienste um den Existenzkampf West-Berlins ebenso geehrt wie der amerikanische General Lucius D. Clay, der Vater der Luftbrücke. Von der Ehrenbürgerliste des Ost-Berliner Magistrats wurden 1992 nur die Kosmonauten Sigmund Jähn und Walerie Bykowski, Anna Seghers, Wieland Herzfelde, Heinrich Zille und Otto Nagel übernommen.

Für ihre Verdienste um die Einheit wurden vom Gesamtberliner Senat Helmut Kohl, Michael Gorbatschow, George Bush und Hans-Dietrich Genscher geehrt. Die letzten Ehrenbürger sind Edzard Reuter, Egon Bahr und – posthum – Marlene Dietrich. Gru

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