GENOSSEN UND KARRIEREN : Vom Sprecherjob auf den Chefsessel

Wahrscheinlich ist es bloß ein altes Vorurteil, dass der Abstand zwischen Sozialdemokraten und „der Wirtschaft“ größer sei als bei anderen Parteien. Denn allein in Berlin gibt es eine Reihe von Gegenbeispielen. Wolfgang Nagel etwa, der erst Wahlkampf für den SPD-Spitzenkandidaten Walter Momper machte und später Bausenator wurde. Noch später wurde Nagel Geschäftsführer der Fundus- Immobiliengruppe in Berlin.

Ähnlich machte es Nagels Nachfolger Peter Strieder. Er war Bürgermeister von Kreuzberg, SPD-Landeschef, er galt als Sprengmeister der großen Koalition, bewegte Klaus Wowereit ins Rote Rathaus, wurde Stadtentwicklungssenator, geriet in die Tempodrom-Affäre – und schmiss die Politik hin. Inzwischen ist Strieder bei der Kommunikations- und Beratungsfirma Pleon.

Walter Momper ist heute beides: Politiker (Präsident des Abgeordnetenhauses) und Unternehmer. Nach der Zeit als Regierender Bürgermeister wurde er Projektentwickler.

Auch einige Bundesgenossen wechselten in herausgehobene Positionen: Ex-Wirtschaftsminister Werner Müller zum Beispiel leitet den Energiekonzern RAG, Ex-Kanzler Gerhard Schröder arbeitet für Gasprom. Des Ex-Kanzlers Ex-Sprecher Bela Anda spricht heute für den Finanzdienstleister AWD. wvb.

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