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Geplanter "Freedom Marathon" : Doch kein zweiter Marathon in Berlin

Mit dem Freedom Marathon sollte ein zweiter spektakulärer Langstreckenlauf in Berlin stattfinden. Doch die Genehmigung wird wohl nicht erteilt. Der Veranstalter ist "völlig überrascht".

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Warf seine Schatten voraus: Der zweite Berlin-Marathon sollte am Pfingstwochenende starten. Doch daraus wird offenbar nichts.
Warf seine Schatten voraus: Der zweite Berlin-Marathon sollte am Pfingstwochenende starten. Doch daraus wird offenbar nichts.Foto: Miguel Villagran dpa

Der angekündigte zweite Marathon für Berlin findet offenbar doch nicht statt: Die Verkehrslenkung wird den "Freedom Marathon Berlin" aller Voraussicht nach nicht genehmigen, sagte eine Sprecherin am Montag. Am vergangenen Freitag teilte die Behörde dem Veranstalter schriftlich mit, dass eine Erlaubnis "nicht in Aussicht gestellt" wird. Das bedeutet: Es gibt noch keine abschließende Entscheidung, doch alles deutet darauf hin, dass der Lauf nicht stattfinden kann. Nachdem man sich bereits zu dem Lauf anmelden kann, hielt es die Verkehrslenkung für geboten, den Veranstalter darüber zu informieren.

Der Freedom Marathon sollte am Pfingstsonntag, dem 15. Mai, im Rahmen des "Big 25" erstmals stattfinden und unter anderem auch Spenden für die Flüchtlingshilfe sammeln. Doch nach Gesprächen der Verkehrslenkung mit der Polizei sowie mit dem Straßenamt Charlottenburg-Wilmersdorf laute das Ergebnis: Die Veranstaltung sei abzulehnen.

Der Grund: Bislang musste man für den Big 25 die zahlreichen Straßen in Charlottenburg-Wilmersdorf nur etwa zwei Stunden lang sperren. Wenn die Marathonläufer die Strecke allerdings zweimal zurücklegen, dauere die Sperrung bis zu fünf Stunden. Das beeinträchtige nicht nur den normalen Straßenverkehr und die Buslinien, sondern etwa auch den Bus-Fernverkehr - der ZOB am Kaiserdamm wäre abgeschnitten. Und das an einem verlängerten Wochenende, an dem viele Touristen oft auch spontan nach Berlin kommen. Zusammen mit dem gleichzeitig stattfindenden Karneval der Kulturen in Kreuzberg sei es "schwierig, so massiv öffentliches Straßenland zu sperren", so die Sprecherin.

Veranstalter: "Völlig überrascht"

Claus Frömming, der Pressesprecher des Veranstalters Golazo Sports GmbH, sagte dem Tagesspiegel: "Wir haben noch nichts Schriftliches." Er zeigte sich von der Nachricht aber "völlig überrascht". Am Freitag, 29. Januar, findet ein Treffen bei der Verkehrslenkung statt, zu dem auch der Veranstalter eingeladen ist. "Es hat im Vorfeld keine Knackpunkte gegeben, deshalb wäre es angesichts der bisherigen Gespräche völlig überraschend, wenn es tatsächlich eine Absage geben sollte", sagte Frömming. Das bislang letzte Gespräch mit der Verkehrslenkung habe es am 29. November gegeben. Damals habe die Behörde den Wunsch geäußert, der gesamte Wettkampf solle nicht wie vom Veranstalter geplant am 8. Mai, sondern erst am 15. Mai stattfinden. Diesen Terminwechsel habe man als Zeichen einer grundsätzlichen Zustimmung betrachtet. "Wir wissen deshalb nicht, was zu diesem Stimmungsumschwung geführt hat", sagte Frömming.

Die Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung widersprach der These, es habe eine grundsätzliche Zustimmung gegeben. Es habe keinerlei Signale an den Veranstalter gegeben, weder positiv noch negativ. Wie berichtet hatte der Veranstalter bereits im Dezember erklärt, alle Genehmigungen lägen vor, was die Senatsverkehrsverwaltung umgehend verneinte.

Golazo Sports, sagte Frömming, prüfe nach Eingang des Schreibens die Situation und überlege, ob Widerspruch eingelegt werde. Da noch keine offizielle Mitteilung vorliege, wisse der Veranstalter auch nicht, ob nur der Marathon nicht genehmigt werde oder ob die gesamte Veranstaltung ausfallen müsse. Sollte der Marathon ausfallen, würden bereits gezahlte Startgebühren komplett zurückgezahlt. Teilnehmer hätten aber auch die Möglichkeit, auf den 25-Kilometer-Lauf umzubuchen, solange dort Plätze frei seien. Dann würde aber nur die Differenz der Startgebühren erstattet.

Frömming erklärte, bei einer Absage des Marathons werde Golazo Sports Geld an das UNO-Flüchtlingswerk spenden. "Allerdings wird die Summe wohl erheblich geringer ausfallen als ursprünglich gedacht."

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