GERÄTECHECK : Ergometer zur Sporttherapie

Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Was ist das für ein Gerät?

Ein Fahrradergometer. Auf diesem Gerät sitzt und tritt der Patient, als säße er auf einem Fahrrad – auch wenn dieses fest auf dem Boden steht. Die Pedalen, in die der Patient tritt, sind mit einem elektronisch gesteuerten Widerstand verbunden, der Berg- und Talfahrten simulieren kann. Gemessen wird die simulierte Belastung des Fahrers in der Maßeinheit Watt. 50 Watt entsprechen einem Spaziergang, 100 Watt einem leichten Ausdauerlauf.

Wozu braucht man das Gerät?

Herz-Patienten müssen nach einem Infarkt, einer Operation oder bei einer Herzschwäche erst langsam wieder an körperliche Belastungen durch Sport herangeführt werden. Oft haben sie sich jahrelang kaum bewegt und nicht wenige leiden an Übergewicht. Zunächst ermitteln Kardiologen dazu in der Ergometrie die maximale Belastbarkeit des Patienten und legen den späteren Trainingspuls fest. Sporttherapeuten überwachen dabei genau anhand des Pulsschlages, des Blutdrucks und Herzrhythmus’ die Körperreaktionen des Patienten, auch das subjektive Belastungsempfinden des Patienten. Gerät das Herz aus dem Takt, steigen Puls oder Blutdruck über ein gewisses Maß hinaus oder empfindet der Trainierende die Belastung als zu groß, so ist die Leistungsgrenze des Rehabilitanden erreicht.

Wie setzt man das Gerät in der Reha ein?

In der Herzreha beginnen die Patienten ihre Übungen auf dem Fahrradergometer nur mit halber Kraft, sprich mit 50 Prozent ihrer maximalen Belastbarkeit. Nach einer Aufwärmphase folgt dann eine Phase mittlerer und zuletzt leichter Belastung. „Das entspricht einer Fahrt auf den Berg, um ihn herum und hinab“, sagt Jana Berkholz, Sporttherapeutin am Herzhaus Berlin. Patienten mit einer Herzschwäche trainieren im Intervall: Nach 20 Sekunden Belastung folgt eine Entspannungsphase von 40 Sekunden. Schritt für Schritt erhöhen die Therapeuten die Belastung, so lange der Patient sich wohl fühlt. „Durch kontinuierliches Training wird das Herz-Kreislaufsystem effektiver“, sagt Berkholz. Das Herz muss seltener schlagen. Der Ruhe- und Belastungspuls sinkt, wodurch das Herz entlastet wird. Auch auf Blutdruck, Cholesterin- und Zuckerwerte hat das Ausdauertraining einen günstigen Einfluss. Das erhöht die Lebensqualität – die Betroffenen können ohne zu schnaufen mehr Treppenstufen steigen und ermüden im Alltag langsamer. fp

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar