GERÄTECHECK : Xylofon für die Musiktherapie

Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Was ist das für ein Gerät?

Ein Xylofon, das wie andere Musikinstrumente auch in der Rehabilitation von gehörgeschädigten Patienten mit einem Cochlear-Implantat eingesetzt wird.

Wozu braucht man das Gerät? Ohren, die noch nie oder lange nicht mehr gehört haben, müssen sich erst langsam an die Eindrücke und Geräusche gewöhnen, die nach dem Einsetzen von Cochlear-Implantaten von außen auf sie einströmen: Stimmen, Verkehrslärm oder Musik sind erst einmal fremd für sie. Vor allem Kinder, die taub zur Welt kamen und nur mithilfe der Implantate akustische Reize wahrnehmen können, sollen sich daher in der Reha spielerisch an das noch ungewohnte Hören herantasten. Dazu eignen sich zum Beispiel musiktherapeutische Elemente. Therapeuten setzen zum Beispiel Instrumente wie Xylofone oder Trommeln dazu ein, um festzustellen, wie die Kinder auf diese neuartigen Klänge reagieren, welche Tonhöhen und Tonabfolgen sie bereits wahrnehmen können. Mithilfe der Musik wollen sie den kleinen Patienten außerdem vermitteln, wie viel Freude Hören bereiten kann und ihnen zeigen, was sie mit ihrem neugewonnenen Sinnesorgan alles entdecken können.

Wie setzt man das Gerät in der Reha ein? In kombinierten Musik- und Bewegungstherapien erlernen die Kinder, sich rhythmisch zu Musik zu bewegen, also die gehörten Klänge und Rhythmen in Körperbewegungen umzusetzen. „Auf diese Weise bekommen sie ein Gefühl für Töne und Musik“, sagt Silvia Zichner, stellvertretende therapeutische Leiterin des Cochlear Implant Centrum Berlin-Brandenburg. Auch gemeinsames Singen ist ein Bestandteil der Reha für Kinder mit Cochlear-Implantaten. Hier lernen sie zum Beispiel, von außen kommende Laute in eigene umzuwandeln. „Das Singen von zunächst einfachen Lauten und Tonabfolgen erleichtert es hörgeschädigten Kindern, später so etwas Komplexes wie Sprechen zu lernen“, sagt Silvia Zichner. Auch bei erwachsenen Trägern der Ohr-Implantate kommt Musik zum Einsatz. „Da Schwerhörige viele Tonhöhen nicht mehr wahrnehmen, erkennen sie auch keine melodischen Tonabfolgen“, sagt Silvia Zichner. Um das Hören von Melodien zu üben, eignet sich am besten die Musik, die die Erwachsenen gerne mochten, als sie noch gut hörten: „Dann können sie selber feststellen, welche Fortschritte sie machen und ob es schon wieder so klingt, wie sie es in Erinnerung haben.“ mw

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