Berlin : Gericht: Steglitzer Lehrer darf weiter unterrichten

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Der angeblich rechtslastige Lehrer KarlHeinz S. muss voraussichtlich weiter im Schuldienst beschäftigt werden. Das Berliner Verwaltungsgericht hat am Mittwoch den Studienrat S. zu einer Gehaltskürzung von zehn Prozent für die Dauer eines Jahr verurteilt. Die Begründung erschließt sich dem Laien nicht sofort: Laut Gericht konnte S. nicht nachgewiesen werden, rechtsradikal zu sein. Er habe aber seine Dienstpflicht verletzt, weil er im Gymnasium Steglitz nicht den Eindruck vermieden habe, rechtsradikales Gedankengut zu befürworten.

Die Schulsenatsverwaltung kündigte kurz nach dem Urteil an, in Berufung gehen zu wollen. „Ziel der Senatsverwaltung ist es, den Beamten aus dem Dienst zu entfernen“, sagt Sprecher Kenneth Frisse. Bildungssenator Klaus Böger (SPD) hatte im Dezember 2000 entschieden, dass S. vorerst nicht mehr in der Schule arbeiten sollte. Anlass waren die Vorwürfe einer Elterninitiative, der zeitweise auch der Moderator Günther Jauch angehörte. Sie hielt dem Geschichtslehrer vor, Nazi-Verbrechen zu verharmlosen. Seitdem sitzt S. bei vollen Bezügen zu Hause. kf

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