Berlin : Gering geschätzt

Ariane Bemmer

Wenn die Hausfrau auf den Stuhl springt und kreischt, weil eine Maus durch ihre Küche läuft, wird sie verlacht, und jeder, der die Frau verteidigen wollte, weil ja die Maus Krankheiten einschleppen könnte, und wohl schon mal jemand von ihr gebissen wurde, macht sich mit lächerlich. Denn lächerlich nennt man es, wenn sich etwas sehr Großes vor etwas sehr Kleinem fürchtet. Deutschland ist sehr groß und die jugendlichen Straßenfußballer aus Ghana und Nigeria sind sehr klein. Man hätte ihnen ihre Visa unbedingt geben müssen, damit sie am Turnier in Kreuzberg teilnehmen können. Um dem Geist des Straßenfußballs zu entsprechen. Und um den Jugendlichen zu zeigen, dass sie – wenigstens ein Spiel lang – geschätzt sind. Damit hätte man sie auch bestärkt in ihrem Weg. Stattdessen denkt man nur an Fluchtabsichten und weist sie ab. Eine dumme Entscheidung, mit der sich Deutschland auch selbst klein macht.

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