Gerüstbauer aus 18. Stock gestürzt : Arbeiter starb, weil Seitenschutz fehlte

Ein 46 Jahre alter Bauarbeiter ist am Mittwoch früh in Marienfelde von einem Gerüst gestürzt und 17 Stockwerke in die Tiefe gefallen. Für ihn kam jede Hilfe zu spät – er erlag seinen schweren Verletzungen.

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Ein Kollege des Mannes, der Zeuge des Sturzes geworden war, erlitt einen schweren Schock und wurde von einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Der tragische Unfall passierte gegen 8.45 Uhr in der Waldsassener Straße. An einem Gebäudekomplex in der dortigen Hochhaussiedlung werden nach Angaben des Landesamtes für Arbeitsschutz (Lagetsi) derzeit die Fassaden bearbeitet. „Die Bauarbeiter entfernen dort asbesthaltige Bauteile“, sagte Bernd Horn, Referatsleiter beim Lagetsi. Bei dem tödlich verunglückten Mann handele es sich um einen Gerüstbauer, der „langjährige Erfahrungen“ hatte. Nach ersten Erkenntnissen ist das Unglück passiert, als der Mann das Gerüst aufbaute. „Er stand auf der vorletzten Lage und wollte auf der Gerüstebene über ihm eine Bohle einsetzen.“ Dabei habe der Mann wohl das Gleichgewicht verloren. Weil der Seitenschutz fehlte – also der Handlauf und der Mittelholm – war der Sturz in den Abgrund überhaupt erst möglich. „Mit Seitenschutz wäre das nicht passiert“, sagte Horn. Der Gerüstbauer selbst war nach derzeitigen Erkenntnissen dafür verantwortlich, diesen ihn absichernden Seitenschutz aufzubauen. „Erst dann hätte er die Bohle über ihm einlegen dürfen.“

Dies ist der zweite tödliche Arbeitsunfall in diesem Jahr. Im Vorjahr gab es neun tödliche Fälle. tabu

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