• Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft: Bei Wasserschäden gibt es ein Ost-West-Gefälle

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft : Bei Wasserschäden gibt es ein Ost-West-Gefälle

Im Westen Berlins gibt es mehr Wasserschäden durch geplatzte Rohre als im Bundesdurchschnitt. Der Ostteil ist dagegen deutlicher besser gewappnet.

Clarissa Herrmann
Alles trocken. Im Osten sind die Leitungen weitgehend saniert.
Alles trocken. Im Osten sind die Leitungen weitgehend saniert.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Durchschnittlich alle 30 Sekunden gibt es in Deutschlands Haushalten einen Wasserschaden, weil eine Leitung undicht wird oder sogar platzt. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft herausgefunden. Nach seinen Angaben treten solche Schäden in Häusern im Westen Deutschlands viel häufiger auf als im Osten. Erfasst werden dabei nicht nur löchrige Rohre, sondern auch defekte Armaturen und Heizboiler.

Auch in Berlin zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Dabei liegen Moabit, Charlottenburg, Tiergarten, Gesundbrunnen, Wedding, Kreuzberg und Halensee mit einem Wert von 128 über dem Bundesdurchschnitt (=100). Etwas besser, aber immer noch über dem Durchschnitt, schneiden Tempelhof, Schöneberg und Lichtenrade mit 114 ab. Die östlichen Stadtteile Mitte, Friedrichshain und Prenzlauer Berg kommen auf einen Wert von 76. Noch besser sieht es in Marzahn, Hellersdorf, Alt-Glienicke, Müggelheim aus – hier liegt der Wert bei 60.

Der brandenburgische Landkreis Elbe- Elster schneidet mit 36 am besten in der Statistik ab. Spitzenreiter ist Köln mit einem Wert von 263. Ein Grund für den Unterschied zwischen Ost und West ist das unterschiedliche Alter der Wasserleitungen. „Je älter ein Haus, desto häufiger treten Schäden auf“, sagt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Der Sanierungsgrad im Osten sei höher, da dort nach der Wiedervereinigung viele Gebäude renoviert wurden. In keinem einzigen Landkreis in den neuen Ländern liege der Schadenindex über einem Wert von 80. Brandenburg liegt mit 58 sogar deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Beim Berliner Trinkwasserrohrnetz, also den dicken Leitungen im Untergrund, gibt es derartige Unterschiede zwischen Ost und West nicht mehr, sagt Stephan Natz von den Berliner Wasserbetrieben. „Nach der Wende hatten wir noch eine dreimal höhere Rohrbruchquote im Osten als im Westen.“ Das habe sich aber mittlerweile egalisiert. Da es sich bei dem fast 8000 Kilometer langen Berliner Wasserrohrnetz um ein öffentliches Gut handele, werde überall auf eine planmäßige Instandhaltung geachtet.

Viele Hausbesitzer hingegen unterschätzen die Probleme, die durch Wasserschäden entstehen können, warnt die Versicherungswirtschaft. Oftmals müssten nicht nur unmittelbare Schäden, wie ein ruinierter Teppich oder eine feuchte Wand repariert werden. Aufwendiger wird es, wenn sich in der Folge Schimmel bildet. Die Versicherer appellieren deshalb: „Hausbesitzer sollten nach rund 30 Jahren die Leitungen im Gebäude überprüfen, wenn nicht sogar bereits sanieren lassen“. Clarissa Herrmann

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