Berlin : Geschäftsleben: Ein Stück Berlin wird 50

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Der Name ist Programm: Bei Butter Lindner kann man Butter immer noch aus dem Fass kaufen - wie vor 50 Jahren, als Robert Lindner sein Unternehmen gründete. Am 10. Oktober 1950 baute er erstmals einen Stand auf dem Schmargendorfer Wochenmarkt auf. Das Angebot war klein, aber fein: Gerade mal 50 Artikel wie Käse, Magarine, Schmalz und Brot gehörten damals zum Sortiment. Erst 1964 eröffnete er den Laden in Spandau. Im Jahr 1980 zählte das Unternehmen dann 25 Filialen, heute sind es bereits 56.

Anfang der 80er Jahren übergab Robert Lindner seinem Sohn Michael Lindner den Familienbetrieb. Der fünffache Familienvater und Chef des Betriebes hat heute 540 Mitarbeiter, davon 60 Auszubildene, und eine Tochterfirma "Backfrisch". Dennoch bezeichnet er sein Unternehmen als Kleinbetrieb, in dem auch heute noch der persönliche Kundenkontakt und die Beratung oberste Priorität haben. Schließlich kommen 90 Prozent des Umsatzes aus dem Verkauf mit Bedienung.

Butter Lindner soll stets ein Gegensatz zu den großen Supermarktketten sein. Das Unternehmen mit der goldenen Schrift auf dunkelblauem Grund ist "ein Fachgeschäft für gutes Essen und Trinken", sagt die Leiterin des Marketingbereiches, Claudia Mehrl. Heute hat Butter Lindner etwa 900 Produkte im Angebot.

Stark im Westen, schwach im Osten - im Ostteil Berlins und in Brandenburg konnte Butter Lindner nicht Fuß fassen. Die meisten Filialen wurden wieder geschlossen. Der Zeitpunkt 1990 war zu früh, die Menschen hatten andere Bedürfnisse, meint Claudia Mehrl. Dafür expandierte die Firma 1998 nach Hamburg. Doch Berlin soll der Hauptstandort bleiben.

Auch heute ist der Familienbetrieb auf allen wichtigen Berliner Wochenmärkten mit mobilen Verkaufswagen vertreten. Anlässlich des Firmengeburtstags werden am heutigen Dienstag 50 Pfennig pro Kunde an den Verein "Sterntaler - Hilfe für Kinder und Familien" gespendet.

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