GESCHICHTE DER LOHNSTEUER : Von der Markensammlung zur Datenbank

Amtlich. Die gelbe Karte ist jetzt historisch.
Amtlich. Die gelbe Karte ist jetzt historisch.Foto: picture-alliance/ dpa

AM ANFANG WAR DAS BUCH

König und Kirche haben den Zehnten noch mit dem Schwert eingetrieben, sie kamen fast ohne Papierkram aus. Eine einheitliche, rechtsstaatlich begründete Steuerverwaltung gibt es in Deutschland erst seit der Reichsgründung 1871. Zunächst erwarben die Unternehmen Steuermarken bei der Post, die an Arbeiter und Angestellte weiterverkauft wurden. Die Marken wurden dann in Steuerbücher eingeklebt. Am 25. August 1925, mit dem neuen Einkommensteuergesetz, wurde dieses simple System durch Lohnsteuerkarten abgelöst. Zuerst Pappkarten im DIN-A4-Format, seit 1931 wechselte jährlich die Farbe der Steuerkarten. Begonnen wurde mit „Pflanzengrün“.

IN NEUEM FORMAT

Die Karten schrumpften 1953 auf das handlichere DIN-A5-Format und wurden mit einem Wasserzeichen versehen, um Fälschungen zu erschweren. Außerdem wechselte die Farbe seitdem in einem amtlich verfügten Vierjahresrhythmus: Rot, Gelb, Grün, Orange. Die Lohnsteuerkarte 2010 war die allerletzte und demzufolge gelb. Bereits fünf Jahre zuvor hatte der Fiskus begonnen, das Lohnsteuerverfahren in Deutschland zu digitalisieren.

DIGITAL MIT HINDERNISSEN

Das Verfahren war mühsam und von Pannen begleitet. Die Datenbank beim Bundeszentralamt für Steuern stand nicht, wie ursprünglich geplant, ab 2011 zur Verfügung. Deshalb wurden immer noch Ersatzbescheinigungen für die eigentlich abgeschaffte Steuerkarte ausgestellt. Immerhin wurden nun sämtliche Lohnsteuermerkmale von den Finanzämtern verwaltet. Früher musste man, um einen Freibetrag einzutragen, zum Finanzamt laufen, für die Änderung der Steuerklasse aber war das Bezirksamt zuständig. Elektronisch verarbeitet wurden bereits jene Daten, die auf der Rückseite der Lohnsteuerkarte zu finden waren. Nun soll alles digital werden (siehe Text oben). za

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