Berlin : Geschichte um ausgesetztes Baby erfunden Mann belog Polizei und bestreitet Vaterschaft

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Die Geschichte klang für die Polizisten, die gestern morgen zum Brunsbütteler Damm nach Spandau gerufen worden waren, ungeheuerlich: Ein 32jähriger Mann erzählte, ihm habe eine völlig fremde Frau plötzlich und unvermittelt ein Baby in die Hand gedrückt und sei weggerannt. Daraufhin habe er die Polizei gerufen.

Die Beamten brachten das kleine Mädchen zur Untersuchung ins Waldkrankenhaus Spandau. Dort wurde festgestellt, dass das Kind gesund ist und in der Nacht zu Dienstag geboren worden war. Der 32-jährige Passant wurde ins Landeskriminalamt gebracht, um seine Aussagen zu Protokoll zu geben. Doch vermutlich ahnten die Kripo-Beamten bereits, dass an der Schilderung des 32-Jährigen etwas nicht stimmte: Am Ende der Vernehmung machte der Mann dann eine Pause und sagte den Beamten plötzlich, dass „doch alles ganz anders“ gewesen sei: In Wirklichkeit sei er in der Nacht zu Dienstag von seiner 29-jährigen Ex-Freundin in deren Wohnung nach Spandau gerufen worden. Die Frau habe in den Wehen gelegen. „Der Kopf des Kindes hat schon herausgeschaut, als der Mann ankam“, sagte eine Polizeisprecherin. Gemeinsam brachten der 33-Jährige und seine Ex-Freundin das Baby auf die Welt. Da offenbar beide nicht wussten, was mit dem Kind werden soll, riefen sie bei der Auskunft an und fragten, wo es eine Babyklappe gibt. Dort hätten sie lediglich von einer Babyklappe in Zehlendorf – einer von fünf insgesamt in Berlin – erfahren. Dies soll den beiden „zu weit entfernt“ gewesen sein, hieß es bei der Polizei. Wie es dann zu der erfundenen Geschichte kam, ist bislang noch unklar.

Der 32-Jährige bestreitet, der Vater des Kindes zu sein. Gegen ihn wird jetzt unter anderem wegen der Vortäuschung einer Straftat ermittelt: Schließlich hatte er den Beamten die Geschichte einer Unbekannten aufgetischt, die ihr Kind bei ihm an der Haltestelle ausgesetzt hatte. „Die Ermittlungen dauern aber noch an“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Mutter des Babys sei erst einmal medizinisch versorgt worden und soll vernommen werden, sobald es ihr besser geht. „Entweder wird die Kripo dann von ihr erfahren, wer der Vater ist, oder wir werden einen Gentest veranlassen“, hieß es. tabu

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