Berlin : Geschichte wird gedruckt: Zeitung über das alte Berlin

-

Seite eins bietet spannende Häppchen. Mata Hari, die legendäre Schleiertänzerin und Spionin aus Wilmersdorf, tanzt leicht geschürzt auf einem großen Foto. Weiter unten machen kurze Texte neugierig: auf die 1810 nach Berlin geflohene Pianistin Fanny Hensel oder Ernst Reuters aufrüttelnde Rede zur Berlin-Blockade 1948 – „Völker der Welt, schaut auf diese Stadt“. Berliner Geschichte, leicht lesbar serviert im Zeitungsformat. Das gibt es ab sofort für 1,50 Euro einmal pro Monat an vielen Kiosken. Die Publikation heißt „Lindenblatt. Die Zeitung für Berliner Geschichte“. Herausgeber Wieland Giebel verlegt selbst Berlin-Bücher und betreibt Unter den Linden 40 den größten Laden der Stadt für Berlin-Literatur, „Berlin Story“ genannt. Künftig will er die vielen spannenden Ereignisse, Fakten und Geschichten nicht nur zwischen Buchdeckeln unter die Menschen bringen, sondern auch als schnelle Alltagslektüre. „Berlins Geschichte“, erklärt der Mittfünfziger seine Zeitungsidee, „soll im Alltag gegenwärtig sein – weil sich die Gegenwart nicht ohne die Vergangenheit begreifen lässt“.

Entsprechend vielseitig gemixt und populär aufbereitet sind die Themen des 16 Seiten starken, schwarz-weiß gedruckten Blattes mit einer Startauflage von 12 000 Exemplaren. Jede Ausgabe stellt auch ein Bezirks- oder Regionalmuseum vor, im Kalender werden Veranstaltungen rund um Berlins Geschichte angekündigt, die Blattmacher wollen aktuell über neue Ausgrabungen oder Sanierungsprojekte berichten und rufen ihre Leser auf: „Schickt uns Kiezgeschichten“. CS

Das „Lindenblatt“ kostet im Jahresabo 20 Euro. Infos unter Tel.: 20 91 17 80 oder www.berliner-lindenblatt.de.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben