Berlin : Geschichts-Stunde null

„Zwischen Krieg und Frieden“: Land, Bund und Museen präsentieren mehr als 300 Veranstaltungen zum 60. Jahrestag des Kriegsendes

Lars von Törne

Das Jahr 1945 ist in Berlin bis heute so präsent wie in wohl kaum einer anderen deutschen Stadt. Einschusslöcher, Ruinen und zahllose historische Orte aus den Zeiten von Nationalsozialismus, Krieg und Wiederaufbau prägen das Stadtbild in vielen Vierteln bis heute: „Berlin ist die Hauptstadt der deutschen Zeitgeschichte“, sagte Kultursenator Thomas Flierl (PDS) am Dienstag bei der Vorstellung des Informationsprogramms „Zwischen Krieg und Frieden“, mit dem das Land, der Bund und die Museen der Stadt den 60. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai würdigen. Schirmherren sind Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit.

Der Vielfalt der Veranstaltungen, von denen die meisten ab April stattfinden, ist fast unüberschaubar. Neben großen Ausstellungen im Zeughaus, im Alliierten-Museum oder im Museum Karlshorst gibt es eine wachsende Zahl kleinerer Ausstellungen, Stadtführungen, Filmvorstellungen, Lesungen oder Gespräche mit Zeitzeugen. Mehr als 300 Termine gehören zum Kernprogramm, das Flierl mit dem Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums, Hans Ottomeyer, und dem Projektleiter des Museumspädagogischen Dienstes, Wolf Kühnelt, vorstellte.

Um zu illustrieren, wie virulent die Vergangenheit auch 60 Jahre danach ist, teilte Flierl Seitenhiebe gegen den politischen Gegner aus. Der umstrittene Gedenkbeschluss der Steglitz-Zehlendorfer CDU und FDP zum 8. Mai habe gezeigt, „wie nötig die Auseinandersetzung mit dem Thema bis heute ist und dass sich jede Generation neu damit beschäftigen muss“. Das Gros der Veranstaltungen beschränkt sich nicht auf das Kriegsende. „Nach den physischen Zerstörungen wirkten die mentalen noch lange nach“, sagte Flierl. Deswegen handeln viele Veranstaltungen auch von der Verarbeitung der Ereignisse bis in die Gegenwart.

Zu „Zwischen Krieg und Frieden“ sollen im April, Juni und August aktuelle Programmhefte erscheinen. Informationen per Telefon: 9026 99444. Mehr im Internet: www.zwischen-krieg-und-frieden.de

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