• Geschminkte Wunde und brennende Puppe - Kinder und Jugendliche testen ihr Wissen in Erster Hilfe

Berlin : Geschminkte Wunde und brennende Puppe - Kinder und Jugendliche testen ihr Wissen in Erster Hilfe

mkr

Der Körper steht in Flammen, doch beherzt greifen die jungen Schulsanitäter ein und ersticken das Feuer mit einer Decke. Was beim ersten Hinsehen wie ein schreckliches Unglück aussieht, ist Teil des Wettbewerbs der Schulsanitätsdienste im Statthaus Böcklerpark, und der Körper gehört einer metallenen Puppe. Noch dürfen kleine Fehler gemacht werden - im Ernstfall an der Schule muss aber jeder Handgriff der jungen Helfer sitzen. Insgesamt 14 Teams nehmen an dem Wettstreit teil, in dem es sowohl um Praxis als auch Theorie geht.

Die Gruppe mit der 15-jährigen Claudia Stenz und der ein Jahr jüngeren Fenja Karing macht an dieser Station alles richtig: Die beiden Mädchen reden dem elfjährigen Brandwunden-Opfer Matthias gut zu, kühlen die - aufgeschminkte - Wunde und setzen den Notruf ab. Die Sanitäter von der Reinickendorfer Max-Beckmann-Oberschule haben an Station Vier fast die volle Punktzahl erzielt. "Vorher waren wir ein bisschen aufgeregt, aber wir haben ja alles geübt und deswegen sofort gewusst, wie wir helfen können", sagt der 15-jährige Christian Senke.

Die Ausbildung in Erster Hilfe erfolgt an den Oberschulen in einer 16-stündigen, freiwilligen Arbeitsgemeinschaft ab der 7. Klasse, in den Grundschulen als Wahlunterrichtsfach. Seit der Einführung durch das Deutsche Rote Kreuz im vorigen Jahr wurden 180 Kinder ausgebildet, in diesem Jahr sind noch 120 Schüler in der Ausbildung.

Fenja Karing sieht die Vorteile ihrer Ausbildung praktisch: "Wenn ich helfen muss, dann weiß ich gleich, was ich zu tun habe." Außerdem mache es Spaß stimmt ihre Freundin bei. Die beiden Schülerinnen und ihre Gruppe haben die Situation mit den Brandverletzten souverän gelöst. Kein Wunder, dass sie dann auch den Sieg mit 287 Punkten für die Max-Beckmann-Schule davontragen konnten.

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