Berlin : Geschnatter auf dem stillen Örtchen

Andreas Schmidt inszeniert an der Komödie „Die Sieben Todsünden“. Premiere ist am 26. November

Nana Heymann

Was machen Frauen eigentlich, wenn sie stundenlang zusammen auf der Damentoilette hocken? Diese Frage hat Schauspieler und Regisseur Andreas Schmidt schon immer interessiert. Jetzt, nachdem er gemeinsam mit Sängerin Luci van Org die Vorlage zum Stück „Die Sieben Todsünden“ geschrieben hat, weiß er es: Sie diskutieren Probleme. Seinen Geschlechtsgenossen käme so etwas natürlich nie in den Sinn, zumindest nicht auf dem stillen Örtchen. „Wir Männer gehen pinkeln und reden möglichst nicht miteinander. Die Damentoilette hingegen ist ein sehr kommunikativer Ort“, sagt Schmidt, der vor einem Jahr das Stück „Männerhort“ mit Bastian Pastewka und Christoph Maria Herbst inszenierte.

In einem Proberaum der Komödie am Kurfürstendamm stellte Schmidt gestern Vormittag mit seiner Frauentruppe um Mareike Carrière, Anna Eger und Nele Mueller-Stöfen „Die Sieben Todsünden“ vor. Die Geschichte der Komödie, die am 26. November Premiere feiert und bis zum 11. Februar läuft, ist schnell erzählt: Es geht um die Komplikationen unmittelbar vor der Hochzeit zwischen Wetteransagerin Vanessa Schulte und Discountbesitzer Rex Reinmann. Kurz vor dem Jawort treffen sich Mutter, Oma, Freundin, Schwester, Schwiegermutter und Hochzeitsplanerin der Braut, um auf der Damentoilette die Zukunftschancen der Verbindung zu diskutieren. Und nebenbei, natürlich, allerlei Grundsätzliches zur Beziehung zwischen Mann und Frau.

Für Mareike Carrière ist die Uraufführung der Komödie eine Premiere in zweifacher Hinsicht: Nach mehr als 22 Jahren steht die vor allem aus Fernsehserien wie „Großstadtrevier“ und „Praxis Bülowbogen“ bekannte Darstellerin erstmals wieder auf einer Theaterbühne, in der Rolle der Schwiegermutter. „Es ist etwas ganz anderes, als das, was ich normalerweise spiele“, sagt Carrière. Es sei „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen, als ihr Andreas Schmidt das Skript zum Stück gab.

Anders hingegen Schmidts erstes Zusammentreffen mit Luci van Org. Er kannte sie zwar durch die Hits ihrer früheren Band Lucilectric („Weil ich ein Mädchen bin“), sie ihn aber nicht. „Weil ich durch die Geburt meines Sohnes aus der Zeit gefallen war, wusste ich gar nicht, was für ein Schauspielstar Andreas eigentlich ist“, sagt van Org. Dann besuchte er sie bei einem Konzert ihrer neuen Band „Das Haus von Luci“. Nach dem Auftritt kam eine ihrer Freundinnen auf sie zu, zog sie aufgeregt zur Seite und flippte fast aus vor Verzückung: Das sei doch dieser Typ aus dem Film „Sommer vorm Balkon“. Vermutlich haben sie das dann noch ausgiebig auf der Toilette besprochen.

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