Gesellschaftliche Ereignisse : Großer Galareigen in Berlin

Bei der Publishers Night bekommt Beinahe-Bundespräsident Joachim Gauck einen Preis von Bundespräsident Christian Wulff. Und auch sonst ist dieser Tage in Berlins Gesellschaft so einiges los.

E. Binder,S. Pohlmann
Ex-Konkurrent. Bundespräsident Christian Wulff ehrte Donnerstagabend Joachim Gauck für sein Lebenswerk.
Ex-Konkurrent. Bundespräsident Christian Wulff ehrte Donnerstagabend Joachim Gauck für sein Lebenswerk.Foto: dapd

Im Sommer waren sie bei der Wahl zum Bundespräsidenten als Konkurrenten gegeneinander angetreten. Knapp fünf Monate später, am Donnerstagabend, ehrte nun der Gewinner den damals Unterlegenen: Bundespräsident Christian Wulff zeichnete Joachim Gauck für dessen Lebenswerk mit der Goldenen Victoria aus. Jährlich wird sie vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) bei der „Publishers Night“ verliehen.

Mehrere hundert Gäste verfolgten die herzliche Begegnung der Ex-Konkurrenten in der Hauptstadtvertretung der Telekom, darunter Regierungschef Klaus Wowereit, Schauspielerin Veronica Ferres und ihre Kollegin Maria Furtwängler, Frau von VDZ-Präsident Hubert Burda.

„Sie haben sehr mutig leuchtendes Zeugnis davon gegeben, dass Freiheit mehr ist als nur ein Wort“, sagte Wulff zu Gauck, der auch für sein Engagement als Vorsitzender der Vereinigung „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewürdigt wurde. „Aber Sie sollten Ihr Lebenswerk mit dem Preis nicht als abgeschlossen betrachten, sondern uns als glaubwürdiger Zeuge der Freiheit erhalten bleiben.“ Gauck bekam anschließend stehende Ovationen – und schwärmte später von der „wundervollen Begegnung“ mit Wulff. Gauck forderte in seiner Rede: „Eine Nation muss an das glauben, was sie kann.“ Und Deutschland könne viel.

Erstmals wurde eine zweite Ehrenvictoria verliehen. Sie ging an den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso – als „Europäer des Jahres“. Er „kämpft wie kein anderer dafür, dass sich Europa nicht wieder in nationale Egoismen zerteilt“, sagt Laudator Edmund Stoiber, früher Bayerns Ministerpräsident und heute in Brüssel für Bürokratieabbau zuständig. Der Portugiese Barroso bedankte sich auf Deutsch und rief dazu auf, „Europa weiter mit Leidenschaft zu erfüllen“. Weitere Preisträgerin war Liz Mohn von der Bertelsmann-Stiftung. Sie wurde von Fußballnationaltrainer Joachim Löw mit der „Victoria für Integration“ geehrt.

Der nächste gesellschaftliche Auftritt von Bundespräsident Christian Wulff und seiner Frau Bettina ist für den kommenden Freitag vorgesehen. Beim Bundespresseball muss Wulff freilich keine Rede halten, sondern tanzen. Der Ball versteht sich traditionell als Höhepunkt der Saison, vor allem für das bundespolitische Berlin.

Berliner Prominente treffen sich schon am Montag im Theater des Westens zur zehnten Benefizgala „Künstler gegen Aids“, bei der die Berliner Aids-Hilfe unter Schirmherrschaft von Wowereit und Judy Winter ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Zwei Tage später veranstaltet das Schlosshotel im Grunewald unter der Schirmherrschaft von Sabine Christiansen und Udo Walz zusammen mit der Unicef-Nothilfe ein Gala-Benefizkonzert zugunsten notleidender Kinder in Pakistan. Zeitgleich treffen sich geladene Prominente und Entscheider aus Medien, Wirtschaft und Politik auf Einladung des Vattenfall-Vorstandschefs Tuomo Hatakka zur ebenfalls schon traditionellen Business Media Night in in Mitte. Auch der Bundespresseball ist nicht konkurrenzlos. Richard Oetker lädt zeitgleich im Namen der Opferschutzorganisation Weißer Ring zur Charity-Gala in den Palazzo von Christian Lohse und Hans-Peter Wodarz.E. Binder/S. Pohlmann

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