Berlin : Gesetzliches Rauchverbot: PRO von Christine-Felice Röhrs

Dass überhaupt diskutiert wird, ob Rauchern verboten werden soll, in der Öffentlichkeit ihre Nikotingifte einzusaugen und abzusondern, ist lächerlich: Das ist doch, als fragte man höflich, ob Körperverletzung erlaubt sein soll. Rauchen ist nichts anderes als Körperverletzung. Nikotin macht Menschen zu nach Luft ringenden Kranken, ruft Krebs hervor, lässt Beine abfallen, schädigt die Haut. Und liefert fiese Ausstellungsstücke für die Körperwelten.

Rund 112 000 Mensche sterben in Deutschland jährlich an ihrer Nikotinsucht. Allein, um kein falsches Vorbild zu liefern - wie es der Marlboro-Mann bis zu seinem uncoolen Lungenkrebstod getan hat - sollte das Rauchen in der Öffentlichkeit also schon verboten werden. Wenn Raucher sich dies selbst antun wollen, bitte schön. Aber: In der Kneipe, im Restaurant, im Büro leiden die Nichtraucher, Menschen, die sich entschieden haben, gesund zu leben. Die den Nikotin-Gestank verabscheuen. Und doch nach einem Abend in der Kneipe verpestete Klamotten von der Haut pellen müssen, deren Haare riechen, als hätte man die Asche von 150 Kippen reingerieben. Deren Augen tränen. Die anderntags einen dicken Kopf haben, allein durch die rauchgeschwängerte Luft. Klingt das nach Kavaliersdelikt? Wohl eher doch nach Körperverletzung!

Es ist einfach, uns Befürworter eines Rauchverbots in der Öffentlichkeit als spaßfeindliche Spießer hinzustellen. Aber es ist nun einmal nicht besonders lustig, wenn Raucher ihre Mitmenschen gefährden. Studien haben es bewiesen, dass sich bei Nicht-Rauchern, die mit einem Raucher zusammenleben, das Lungenkrebsrisiko um 30 bis 40 Prozent erhöht. Das wäre dann nicht mal mehr Körperverletzung, das wäre fahrlässige Tötung. Raucher raus. Die Entscheidung ist überfällig.

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