Gesprächsrunden mit neuem Zoo-Chef : Andreas Knieriem bei den Tierfreunden

Der neue Zoo-Chef in spe, Andreas Knieriem, hat sich an zwei Abenden den Berliner Zoofreunden vorgestellt. Dort erzählte er von seinen Anfängen in Duisburg, antwortete auf interessierte Fragen und lobte seinen Vorgänger Blaszkiewitz.

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In Kürze will Knieriem seinen Dienst antreten. Bislang schaut er sich dort als Otto-Normal-Besucher um und nimmt dafür Urlaubstage.
In Kürze will Knieriem seinen Dienst antreten. Bislang schaut er sich dort als Otto-Normal-Besucher um und nimmt dafür...Foto: Thilo Rückeis

Frau Knieriem hat ganze Arbeit geleistet. Mehrfach sorgt sie am Dienstag- und Mittwochabend für Lacher bei den Tierfreunden im Zoo-Restaurant und in der Caféteria des Tierparks Friedrichsfelde. Dabei ist sie gar nicht anwesend. Doch ihr Mann, Andreas Knieriem, lässt kaum eine Gelegenheit aus, seine Frau zu erwähnen. Die Freunde der Berliner Zoos, der Förderverein der zwei Tiergärten, haben den designierten neuen Chef zu einer Vorstellungsrunde an beiden Orten eingeladen.

Knieriem erzählt von seinen Anfängen in Duisburg, seiner Zeit als Tierarzt in Hannover und vom Tierpark Hellabrunn in München, „der heimlichen Hauptstadt, sagen die Münchner“, sagt Knieriem, „aber meine Frau ist ja Berlinerin, die hat mir das wieder ausgeredet“. Lachen. Der Berliner Bär freut sich, wenn ihm Honig ums Maul geschmiert wird.

Pläne für den Zoo

Der erste Abend ist ein Ausflug ins alte West-Berlin, das Zoo-Restaurant versprüht den Charme einer Autobahnraststätte. Mehr als 300 Besucher sind gekommen. Das Publikum ist großteils jenseits der 60. Durch den Abend führt Eberhard Diepgen. Der frühere Regierende Bürgermeister sitzt im Kuratorium der Zoofreunde-Stiftung.

Knieriem antwortet – egal ob es um wildernde Füchse, Artenschutzprojekte oder weiße Tiger geht – freundlich, weit ausholend, aber ohne wirklich etwas zu verraten. Viele Ideen habe er, „aber ich möchte noch nicht darüber sprechen und darf es auch nicht“. Denn noch ist Bernhard Blaszkiewitz der Chef. Das sei zu respektieren, sagt Knieriem. Blaszkiewitz ist am Montag 60 Jahre alt geworden, erwähnt er, und lobt seinen Vorgänger: „Zoo und Tierpark haben einen exzellenten Ruf von internationalem Rang. Das ist einen Applaus wert, finde ich.“ Nur einige Besucher klatschen.

Überlegungen zum Schloss Friedrichsfelde

In der Tierpark-Caféteria ist es am Mittwochabend rappelvoll, etwa 600 Neugierige sind gekommen, gut ein Drittel sind Mitarbeiter. Was liegt ihnen am Herzen? Vor allem, dass mehr Besucher kommen. Knieriem kann sich eine zugkräftige Werbekampagne gut vorstellen. Dafür erhält er viel Applaus. Und auch seine Überlegungen zum Schloss Friedrichsfelde hören die Leute gern. Das sei alleine für die Zooverwaltung zu schade, meint er. Es müsse auf jeden Fall auch weiterhin kulturell genutzt werden.

Kritik kommt nur einmal, und zwar am ersten Abend von einem Tierpfleger des Zoos. Der wirft Knieriem Instinktlosigkeit vor, weil dieser sich im Zoo und Tierpark vorstellt, bevor er überhaupt hier Chef ist. Da springt Eberhard Diepgen ein: „Die Berliner meckern gerne, darauf müssen Sie sich einstellen.“ Knieriem lächelt. „Ja, meine Frau hat mich schon vorgewarnt.“ Lachen.

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