Geständnis : 16-Jähriger misshandelte schwangere Exfreundin

Mit einem Teilgeständnis der Angeklagten hat der Prozess gegen zwei Jugendliche wegen schwerer Misshandlung einer Hochschwangeren begonnen. Sie sollen das Mädchen immer wieder in den Bauch getreten haben.

Berlin - Angeklagt vor dem Berliner Landgericht sind der heute 16-jährige Vater des Kindes und ein 15-jähriger Freund. Den beiden Jugendlichen werden versuchter Schwangerschaftsabbruch, gefährliche Körperverletzung und Raub vorgeworfen. Um das ungeborene Kind zu töten, soll der damals 15-jährige Kindesvater seine im siebten Monat schwangere Ex-Freundin im Dezember vorigen Jahres auf einen Schulhof gelockt haben. Dort sollen beide Jugendliche abwechselnd der Schülerin in den Bauch getreten und sie gezwungen haben, von einer drei Meter hohen Skulptur zu springen.

Durch den Sprung erlitt die Schwangere Platzwunden an Kinn, Nase und Lippe. Den Ermittlungen nach raubten die Angeklagten danach das Handy des verletzten Mädchens und flüchteten. Die 15-Jährige konnte sich in eine Turnhalle retten, wo Gäste einer Weihnachtsfeier Feuerwehr und Polizei alarmierten. Bei einer Notentbindung brachte die Schülerin eine Tochter zur Welt.

Nach Angaben der Verteidiger haben beide Angeklagten die Misshandlung der Schwangeren im Prozess, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, "im Wesentlichen zugegeben". Der Kindesvater habe darüber hinaus erklärt, dass es ihm Leid tue, sagte sein Anwalt am Rande des Verfahrens. Der aus einer libanesischen Familie stammende Jugendliche war einige Zeit mit dem Mädchen liiert. Nach Angaben eines Justizsprechers hatte die Schülerin bereits sechs Wochen vor der Tat keinen Kontakt mehr zu dem Jugendlichen, weil sie Angst vor ihm hatte.

Der junge Vater ist darüber hinaus angeklagt, im Juli 2005 ein anderes 15-jähriges Mädchen verprügelt zu haben. Seinem Anwalt zufolge wollte sich der 16-Jährige zu diesem Vorfall nicht äußern. An dem bis 24. April terminierte Prozess nehmen sowohl die Jugendgerichtshilfe als auch ein Gutachter teil. Das Verfahren wird am Mittwoch mit der Vernehmung der jungen Mutter fortgesetzt. (Von Beatrix Boldt, ddp)

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