• Gestern war Richtfest für das umstrittene Gebäude - das Café soll zu einer Oase in der Großstadt werden

Berlin : Gestern war Richtfest für das umstrittene Gebäude - das Café soll zu einer Oase in der Großstadt werden

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Nicht einfach nur ein weiteres Einkaufs- und Gewerbezentrum, sondern "eine Oase mitten in der Großstadt" möchte die Deutsche Immobilien Fonds AG (DIFA) aus dem "Neuen Kranzler Eck" machen. Die Menschen "wollen mit dem Einkauf Erlebnis und Begegnung verbinden", meint Vorstandsmitglied Jürgen Ehrlich. Und deshalb soll es auf dem 20 000-Quadratmeter-Areal auch einen Wochenmarkt unter freiem Himmel, einen "Kunst- und Event-Hof" und zwei Volieren geben, die für Sittiche, Glanzstare, Guineatauben, Goldfasane und Himalaja-Glanzfasane gedacht sind. Zudem bleibt das berühmte Café Kranzler erhalten, wenn auch mit neuem Konzept.

Rund ein Jahr nach der Grundsteinlegung wurde gestern Richtfest für das 660-Millionen-Projekt zwischen Kurfürstendamm, Joachimstaler Straße und Kantstraße gefeiert. Der 16-stöckige, rund 160 Meter lange Gebäuderiegel mit Glasfassade wurde vom deutsch-amerikanischen Stararchitekten Helmut Jahn (Chicago) entworfen, der in Berlin auch schon das Sony-Center gestaltete. Zum Projekt gehören auch 560 Tiefgaragen-Parkplätze. Die Eröffnung ist für den 2. Oktober 2000 vorgesehen.

Das Bezirksamt und die BVV Charlottenburg hatten die Pläne, die 1993 zunächst von der Victoria-Versicherung entwickelt worden waren, strikt abgelehnt. Doch rund ein Jahr später zog der damalige Senator Wolfgang Nagel (SPD) das Verfahren an sich. Ende 1995 verkaufte die Versicherung das Grundstück an die DIFA. Vorstandsmitglied Ehrlich verschwieg den Streit gestern nicht: Das Projekt sei "sehr kontrovers besprochen" worden, weil es "vermeintlich nicht in das Umfeld hier am Kurfüstendamm zu passen scheint". Diesen Eindruck wies Ehrlich natürlich zurück: Das Projekt "besticht durch Leichtigkeit und Transparenz". Allerdings setze man "einen bewussten Kontrapunkt" zum denkmalgeschützten Kranzler-Eck aus den 50er Jahren und dem ehemaligen "Bilka"-Kaufhaus an der Kant- / Ecke Joachimstaler Straße, das ebenfalls unter Denkmalschutz steht und heute von "Karstadt Sport" genutzt wird.

Für das Café Kranzler wird ein neuer Pächter gesucht. Der Cafébetrieb findet künftig allein im ersten Stock statt, während es im Parterre Angebote "für eilige Gäste" geben soll, zum Beispiel Sandwiches und verpackten Kaffee und Tee. Oben in der Rotunde entsteht eine Bar. Wegen des Umbaus schließt das Café zwischen Januar und Oktober 2000.

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