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Gesundheitsbranche : Rücktrittsforderungen an Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin

Nach umstrittenen Extra-Zahlungen an den Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin wird die Kritik an dem Gremium schärfer.

Thomas Isenberg, SPD-Gesundheitsexperte im Berliner Abgeordnetenhaus, sagte dem Tagesspiegel: "Die KV in ihrer jetzigen Form ist ein Dinosaurier. Sie vertritt die Interessen einer kleinen Gruppe von Fachmedizinern, nicht die Kassenärzte insgesamt, was eigentlich ihr gesetzlicher Auftrag ist." Dies könne man auch daran sehen, dass Arztpraxen in Berlin nach wie vor ungleich verteilt seien. Tatsächlich gibt es in Charlottenburg deutlich mehr als in Hohenschönhausen.

Der Chef des Hausärzteverbandes Berlin-Brandenburg, Wolfgang Kreischer, forderte den Rücktritt des Vorstandes. Er gehört selbst der KV-Vertreterversammlung an, dem sogenannten Ärzteparlament, konnte sich bei Wahlen bislang aber nicht gegen die drei Vorstandsmitglieder durchsetzen. Auch der Gesundheitsexperte der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, Wolfgang Albers, forderte Kraffel und seine Kollegen Burkhard Bratzke und Angelika Prehn zum Rücktritt auf. "Die KV-Spitze ist eine Beutegemeinschaft geworden, die nicht mehr kontrolliert wird. Die drei sollten schon vor dem Ergebnis der rechtlichen Prüfung zurücktreten", sagte Albers, der selbst lange als Chirurg gearbeitet hat.

Die KV-Spitze widersprach: Bislang habe es unerwartet wenig Kritik an der KV gegeben, sagte Kraffel dem Tagesspiegel. "Eine Selbstverwaltung der Ärzte, wie sie derzeit haben, ist auch künftig notwendig", erklärte er.

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