Gesundheitsschädlich : Berlin überschreitet Feinstaublimit

Zum ersten Mal seit Einführung der Umweltzone hat Berlin das jährliche Feinstaublimit überschritten. Nun drohen Klagen von betroffenen Anwohnern.

Stefan Jacobs

Am Samstag wurde in der Frankfurter Allee zum 36. Mal ein Tagesmittel von mehr als 50 Mikrogramm der gesundheitsschädlichen Partikel pro Kubikmeter Luft gemessen. Erlaubt sind nur 35  Überschreitungen pro Jahr.Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) sagte, ohne die 2008 eingeführte Umweltzone wären es noch vier bis sieben Überschreitungstage mehr.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) forderte nachdrücklich das Festhalten an der zweiten Stufe der Umweltzone. Für den BUND belegt die Überschreitung des Feinstaublimits die Notwendigkeit der zweiten Stufe der Umweltzone, die der Senat zum 1. Januar 2010 einführen will. Mit der zweiten Stufe dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in die Umweltzone einfahren.

 „Der Senat konnte im Frühjahr durch eine Evaluation belegen, dass die Berliner Umweltzone wirkt“, sagte BUND-Verkehrsexperte Martin Schlegel. Die Überschreitung der Grenzwerte in der Frankfurter Allee zeige aber, „dass die erste Stufe der Umweltzone alleine nicht ausreicht, um die Grenzwerte dauerhaft einzuhalten“. Für den Fall, dass der Senat die zweite Stufe nicht mehr durchsetzt, drohte der Experte mit Klagen der Anwohner der Frankfurter Allee. (mit ddp)

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