Gesundheitswesen : Charité und Vivantes sparen 29 Millionen Euro

Die Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Universitäts-Klinikum und den landeseigenen Krankenhäusern erweist sich als Erfolgsmodell.

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Die Berliner Charité will sich gesund sparen. Die Maßnahmen zeigen erste Wirkungen. Foto: dpa
Die Berliner Charité will sich gesund sparen. Die Maßnahmen zeigen erste Wirkungen.Foto: dpa

Das Universitäts-Klinikum Charité und der landeseigene Krankenhauskonzern Vivantes sparen durch eine engere Zusammenarbeit bisher 29,1 Millionen Euro jährlich. Bis 2015 werden diese Entlastungen in vollem Umfang wirksam, steht in einem Bericht der Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), den der Senat am Dienstag beschloss. Weitere Kooperationen seien geplant. Langfristig sind Einsparungen von mindestens 45 Millionen Euro geplant.

Von den bisher erzielbaren Synergieeffekten profitiert besonders die Charité, die um 18,7 Millionen Euro pro Jahr entlastet wird. Die Kosten können in vielen Bereichen vermindert werden. Angefangen vom Einkauf, Catering und der Verwaltung bis zum Gebäudemanagement und der Krankenversorgung. Ein Beispiel für die viel Geld einsparende Zusammenarbeit ist die Geburtsmedizin. In diesem Bereich werde im Berliner Süden auf konkurrierende Angebote verzichtet und das therapeutische Angebot an den „realen Bedarf“ angepasst, heißt es im Senatsbericht. Erwartet werden allein bei der Geburtsmedizin Einsparungen von 1,5 Millionen Euro.

Die Gründung eines gemeinsamen Labors von Charité und Vivantes vor einem Jahr ist nach Darstellung von Senatorin Scheeres ebenfalls ein Erfolgsmodell. Die Steigerung der Effizienz liege über den ursprünglichen Erwartungen. Die Kosten für Laborleistungen hätten schon im ersten Jahr um eine Million Euro gesenkt werden können. Außerdem konnte das neue Labor ein Eigenkapital von 2,1 Millionen Euro erwirtschaften. Eine Million Euro mehr als geplant. Das liegt vor allem daran, dass Laborleistungen für fremde Kunden 2011 insgesamt 1,8 Millionen Euro einbrachten. Die Zusatzeinnahmen übertrafen alle Erwartungen. Diese Einnahmequelle soll in den kommenden Jahren verstärkt genutzt werden.

Als ein Beispiel für den messbaren Erfolg des neuen Labors von Uni-Klinik und städtischen Krankenhäusern nannte Scheeres ein Pilotprojekt des Klinikums Friedrichshain. Dort wurde ein Testverfahren für die Diagnose multiresistenter Keime (MRSA-Bakterien) eingeführt, das die bisherigen Verfahren von ein bis zwei Tagen auf eine Stunde verkürzt.

Das gemeinsame Tochterunternehmen wurde am 1. Januar 2011 gegründet, seitdem arbeiten die Labore an allen zwölf Standorten unter einem institutionellen Dach. Mittelfristig sollen die getrennten Laborbereiche räumlich zusammengefasst werden. Bis 2013 soll dafür ein Neubau errichtet werden, der ohne öffentliche Förderung finanziert werden kann. Es ist jetzt schon das größte Krankenhauslabor Europas, mit über 400 Mitarbeitern und 40 Millionen Euro Umsatz.

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