Berlin : Geteilte Freude: PDS-Politiker verteilt Gewinn

Sabine Beikler

Wie verbindet man seinen sozialistischen Glauben mit einem 125 000-Euro-Gewinn in der RTL-Quizsendung „Wer wird Millionär“? Indem man Anfang März schlagfertig erklärt, dass das „’ne tolle Umverteilungsaktion ist, sich einen reichen Sender zu suchen, das Geld zu gewinnen und einen Teil davon wieder zu spenden“. Und Christian Petermann hat Wort gehalten. Der PDS-Bezirksverordnete im mitgliederstärksten Bezirk Lichtenberg hat 12 500 Euro gemeinnützigen Projekten in der Kinder- und Jugendhilfe gespendet: für einen Straßenfußball-Verein, drei Jugendklubs, einem Sportprojekt und einer Grundschule. Alle Projekte stellte der 23-jährige Politologie-Student am Donnerstag im Wahlkreisbüro der Lichtenberger PDS-Vorsitzenden Gesine Lötzsch vor. „Wenn ich schon vor zehn Millionen Zuschauern die Spenden ankündige, dann fühle ich mich auch dazu verpflichtet“,sagt er.

Trotz des Geldsegens behält Petermann seinen Taxi-Job. „Weil’s Spaß macht.“ Auch das Studium läuft weiter wie bisher. „Viertes Semester, kurz vor Vordiplom.“ Und wohnen wird er auch weiter in Lichtenberg, Plattenbau, 30 Quadratmeter Ein-Raum-Wohnung für 200 Euro warm. Obwohl er sich während der Sendung mit Günther Jauch charmante Wortgefechte über Wohnalternativen geliefert hatte: Bei 64 000 Euro philosophierten beide über den Kaufpreis von Luxus-Wohnungen im Beisheim-Center. Jauch: „Für das Geld würden Sie dort schon mal eine Außentoilette kriegen.“ Petermann: „Ach, Herr Jauch, da haben Sie sich also auch schon schlau gemacht.“

Ja, und was stellt ein junger Mann, der mit 16 in die PDS eingetreten ist, mit dem restlichen Geld an? Er hat Freundin Katrin und ein paar Freunde zu einer Woche Lappland eingeladen, als BMW-Fan seinen alten 3-er gegen einen Neuwagen eingetauscht und den Rest angelegt. Mit Günther Jauch hat er übrigens noch Kontakt gehabt. Der Moderator erhielt eine Karte mit Urlaubsgrüßen und einem Dankeschön dafür, dass die 125 000 Euro nun angekommen seien und er, Petermann, soweit ganz zufrieden sei. Jauch revanchierte sich mit einer Karte und der Frage: „Was macht die FDP“?

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