Berlin : Geteilte Kollekte

Gottesdienst in der Schöneberger Philippus-Nathanael-Gemeinde

Benjamin Lassiwe

In ihrem Schöneberger Kiez ist die Evangelische Philippus-Nathanael-Gemeinde bekannt: Vor einigen Monaten eröffnete man einen Diakonieladen, in dem Bedürftige gespendete Lebensmittel erhalten. Bis nach Afrika hat sich das soziale Engagement der Berliner Christen schon herumgesprochen: Mitarbeiter eines muslimischen Krankenhauses spendeten mehrere hundert Kilo Tee und Kaffee, die in den letzten Wochen im Laden verteilt wurden.

Da ist es verständlich, dass viele Nachbarn wissen wollten, wie sich der neue Pfarrer Wolfgang Blech bei seiner ersten Predigt macht. Als er am Sonntag in sein Amt eingeführt wurde, war die Kirche voll. Dicht gedrängt saßen die Gottesdienstbesucher auf den Bänken in dem modernen, schlichten Betonbau. Zusätzliche Stühle wurden hereingetragen, und in tätiger Nächstenliebe teilten zahlreiche Besucher ein Liederbuch miteinander. Dann fingen Orgel und Trompete an zu spielen. Feierlich zogen die Mitglieder des Gemeindekirchenrats und die an der Einführung beteiligten Pfarrer in die Kirche ein. Superintendent Wolfgang Barthen verlas die Ernennungsurkunde. Schließlich betete die Gemeinde für ihren neuen Pfarrer, bevor Blech mit seiner Predigt begann.

Den Schönebergern berichtete er, wie er sich die Zukunft seiner neuen Gemeinde vorstelle. Als tragfähige, einladende Gemeinschaft, so wie Jesus es mit seinen Jüngern vorhatte, die er beim Abendmahl versammelte, sagte Blech und zeigte ein im Original drei mal drei Meter großes Ölgemälde mit einem von Broten umgebenen, mit Wein gefüllten Abendmahlskelch.

Im Abendmahl werde deutlich, dass die Erlösung der Menschen auch heute noch möglich sei. Deswegen wolle man auch künftig „frisch und frei“ Menschen ansprechen und zu den Gottesdiensten und Veranstaltungen der Gemeinde einladen. Und auch die Partnerschaft mit Afrika will die Gemeinde fortsetzen: Am Ausgang sammelten die Christen eine Kollekte, die zur Hälfte für das Krankenhaus in Kenia bestimmt ist. Denn für den gespendeten Kaffee wollen sich die Schöneberger natürlich revanchieren.

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